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Montag, 14.10.2019

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Stadt Fürth legt Kunstrasenplatz an

Spielfeld bei der künftigen Feuerwache erfordert jede Menge Pflege - 14.09.2019 10:00 Uhr

Ziemlich aufwändig ist die Pflege des neuen Spielfelds hinter dem Neubau der Fürther Feuerwache. Mehrere Arbeitsgeräte benötigt der Kleintraktor, um das Laub wegzublasen, den Kunstrasen zu bürsten und das Granulat zu reinigen. © Foto: Roland Huber


Billig war er ja nicht gerade. 850 000 Euro hat sich die Kommune den Kunstrasenplatz auf dem Gelände des MTV Stadeln kosten lassen. Und besonders pflegeleicht ist er auch nicht. Doch was diese Nachteile aufwiegen soll, ist die im Vergleich zu einem Naturrasenplatz viel längere Bespielbarkeit.

Während ein natürliches Rasenspielfeld etwa 800 Stunden im Jahr genutzt werden kann, ist das Kunstrasenfeld rund 2000 Stunden bespielbar, erklärt Grünflächenamtsleiter Ernst Bergmann auf FN-Anfrage. Erfahrungen hat das Amt damit noch nicht gesammelt. Wohl aber Vereine wie die SpVgg Greuther Fürth und der ASV Fürth.

Sehr zufrieden sei man seit Jahren schon, berichtet Sergio Jardon vom ASV. Im Gegensatz zur Hockeyabteilung der SpVgg. Auf deren Platz verklumpte das Granulat bei großer Hitze. Verwendet wurde in beiden Fällen als Füllmaterial zur Dämpfung Kunststoffgranulat, das nach einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik einer der größten Verursacher der Mikroplastik-Belastung im Grundwasser ist.

Die SpVgg hat vor dem Hintergrund der Umweltproblematik ihre Kunstrasen-Fußballplätze mit Korkgranulat ausgestattet und ist damit nach den Worten von Vereinssprecher Immanuel Kästlen gut gefahren. Diese Erfahrung hat sich auch die Stadt Fürth zunutze gemacht.

Das neue Spielfeld im Pegnitzgrund wurde zufällig von derselben Firma angelegt, die auch für die SpVgg tätig war. Bergmann: "Es war der billigste Anbieter." Der Grünflächenamtsleiter freut sich aber auch, dass man mit der Wahl des Korkgranulats dem nun zur Debatte stehenden Verbot der Kunststofffüllung bis 2022 aus dem Weg gegangen ist. Vor der Materialentscheidung hatte es eine Diskussion über die Umweltproblematik gegeben. So forderte die CSU, nach Alternativen Ausschau zu halten.

Das elastische Korkgranulat liegt unter den Kunststoffhalmen auf einer fünf Zentimeter dicken, wasserdurchlässigen Asphaltdecke, die wiederum auf einer Tragschicht aus Schotter ruht. Auf rund 100 Euro belaufen sich laut Bergmann die Materialkosten pro Quadratmeter. Hinzu kommen Ausgaben für Flutlicht- und Beregnungsanlagen (im Sommer dient das Wasser zur Kühlung), Zäune, Spielerkabine und Pflegegerätschaften samt Garage.

Allein Letzteres schlägt mit rund 60 000 Euro zu Buche. Denn wöchentlich muss der Kunstrasen gekämmt werden, monatlich der Füllstoff wieder in Fasson gebracht werden. Problematisch sind organische Verunreinigungen. Ein Laubgebläse ist nötig, um die Blätter und den Blütenschnee der hohen Pappeln am Spielfeldrand vor dem Eindringen zu entfernen.

Die Mitarbeiter sind in das Pflegearsenal bereits eingewiesen worden. In einer Woche startet nämlich schon der Spielbetrieb. Bis 17 Uhr steht der Kunstrasenplatz dem Schulsport zur Verfügung, danach dem Vereinssport. Der städtische Sportservice ist derzeit noch damit beschäftigt, das auf 1600 Stunden im Jahr beschränkte Kontingent zu verteilen.

VOLKER DITTMAR

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