Vorbildliches Engagement

Stadt Fürth verleiht fünf Goldene Kleeblätter

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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4.5.2022, 19:00 Uhr

© Foto: Stadt Fürth

Dagmar Svoboda gehörte für Bündnis 90/Die Grünen 21 Jahre dem Stadtrat an – von 1996 bis 2002 und ab 2005. Ihr Engagement indes reichte weit über das Mandat hinaus. Svoboda, die auf der Hardhöhe aufgewachsen ist, setzt sich für das dortige Stadtteilprojekt "Runder Tisch" ein.

Dagmar Svoboda: umtriebige Grüne

Nach Stationen in den USA und in Eschwege kam sie Ende der 1970er Jahre zurück nach Fürth und gehörte zu den Grünen der ersten Stunde. Ihr Fokus lag stets auf der Frauenpolitik sowie auf Umwelt- und Klimaschutz. Sie war Mitbegründerin des Bezirksverbands der Grünen Mittelfranken, von 1987 bis in die 1990er Jahre Vorstandssprecherin des Kreisverbands Fürth-Stadt und Leiterin des Regionalbüros der mittelfränkischen Bundestagsabgeordneten, zu denen auch Petra Kelly gehörte.

Svoboda rief den Frauennotruf Fürth ins Leben und organisierte Selbstverteidigungskurse für Frauen – Themen, die ihr nach wie vor am Herzen liegen. Als selbstständige Einzelhändlerin – in der Fußgängerzone betrieb sie das Geschäft "Vom Fass" – engagierte sie sich ab Ende der 1990er Jahre etwa in der Initiative "Kreative Einzelhändlerinnen" sowie im Einzelhandelsverband. Und als Pflegerin der städtischen Einrichtungen für Obdachlose und Übergangshäuser trat sie für bessere Lebensbedingungen und Integration ein und arbeitete in der Wärmestube mit.

Herwig Böhm: unermüdlicher Retter und Macher

Herwig Böhm, Bereitschaftsleiter des BRK in Unterfarrnbach, ist einer jener unverzichtbaren Menschen, wenn es um die Lebensrettung in Fürth geht. Eva Gottstein, die Beauftragte der Staatsregierung für das Ehrenamt, nannte Böhm einmal "ein großes Vorbild". Leute wie er seien für die Gesellschaft unentbehrlich.

Als Teenager trat der jetzige Mittsechziger am 1. Mai 1971 dem Kreisverband Fürth des Bayerischen Roten Kreuzes bei, seit über 50 Jahren ist er nun beim BRK aktiv. Zunächst als Rettungssanitäter, seit 1990 als anerkannter Rettungsassistent fährt er an Wochenenden und Feiertagen in Zwölfstundenschichten Einsätze. Am Herzen liegt ihm auch der Hausnotruf. Böhm gewann Ehrenamtliche, um die Besetzung in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen sicherzustellen, übernimmt aber auch selbst Schichten.

Böhm arbeitet auch planerisch und konzeptionell: seit 2013 etwa als Vorsitzender des Haushaltsausschusses des BRK-Kreisverbands. Er ist seit über 20 Jahren Mitglied des Katastrophenstabs der Stadt Fürth. Er hat sich, zusammen mit Kollegen, mit Engagement für den Ausbau des BRK-Katastrophenschutzzentrums eingesetzt, das ab 2009 in Atzenhof entstand und 2011 eingeweiht wurde. Böhm war zu jeder Tages- und Nachtzeit für die Beschäftigten der Baufirmen ansprechbar und investierte viele Stunden Freizeit.

Auch 2015, in der Flüchtlingskrise, stand er mit Rot-Kreuz-Kameraden den Menschen bei, die in Fürth Hilfe und ein Obdach suchten. Böhm organisierte den Sanitätsdienst und die medizinische Versorgung der Bürgerkriegsflüchtlinge in den Notaufnahmeeinrichtungen der Stadt. Und als Lehrgangsleiter des Rot-Kreuz-Einführungsseminars gelingt es ihm immer wieder, Nachwuchs für den BRK-Kreisverband zu begeistern.

Peter Pfann: Feuerwehrler durch und durch

Peter Pfann, Landwirt von Beruf, begann seine politische Laufbahn als CSU-Stadtrat am 1. Mai 1990 und beendete sie nach über 30 Jahren am 31. Dezember 2021. Unter anderem hatte der 78-Jährige in dieser Zeit das Amt des Pflegers der Fürther Feuerwehr inne. Pfann brachte Herzblut, Leidenschaft und Fachwissen ein, engagierte er sich doch seit 1965 für die Belange der Feuerwehr: zunächst als Gruppenführer der FFW Steinach-Herboldshof, aber auch als Kassier, fast 20 Jahre als Kommandant, als Stadtbrandmeister der Freiwilligen Fürther Feuerwehren (1982 bis 1997) und als Stadtbranddirektor (1997 bis 2003). Er war überdies Bereitschaftsführer im Katastrophenschutz, Stadtbrandinspektor und erster Vorsitzender der FFW Steinach-Herboldshof.

Zeit für andere Ehrenämter bleibt da nicht? Falsch, denn Peter Pfann engagierte sich beispielsweise auch in der Evangelischen Kirche Großgründlach, in der Landjugend der Bayerischen Jungbauernschaft, im Kegelverein Steinach-Herboldshof, in seiner Partei etwa als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, in der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft, im Aufsichtsrat der Infra, als Fachbeirat der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf, als ehrenamtlicher Richter am Bayerischen Verwaltungsgericht, im BRK, bei der DLRG. Besonders wichtig ist ihm aber seine Familie: seine Frau Erna, die vier Kinder und die zahlreichen Enkel.

Günther Schrems: Stadelns Mann für alle Fälle

Günther Schrems ist im Norden Fürths nicht wegzudenken. Er hat in Stadeln verantwortungsvolle Posten inne, ist seit 2005 Vorsitzender des Stadelner Vereinskartells, seit über 19 Jahren gewähltes Vorstandsmitglied der Kirchengemeinde der Christus-Kirche, wo er auch als Vertrauensmann aktiv ist, und Kassier, Schriftführer sowie stellvertretender Vorstand bei der Jagdgenossenschaft.

Im Posaunenchor der Christus-Kirche, dem Schrems mit 13 beitrat, ist er nach Jahren als Kassier und Schriftführer als Obmann tätig. Im CVJM Stadeln bekleidet der Allrounder keinen Vorstandsposten, doch managt er den Internetauftritt, führt Vereinskonten und Mitgliederlisten und packt mit an, wenn Maler- oder Gartenarbeiten anstehen. Als Beisitzer engagiert sich Schrems im Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr und des Heimat- und Trachtenvereins.

Reinhard Scheuerlein: Fürths grünes Gewissen

Reinhard Scheuerlein ist seit 1981 in der Kreisgruppe Fürth des Bundes Naturschutz (BN) aktiv und gewissermaßen das grüne Gewissen der Stadt. Ob Flächenversiegelungen drohen oder Baumfällungen – Scheuerlein warnt, mahnt, protestiert. Auch die Planungen zum Pegnitzquartier, wo ein Steg direkt am Flussufer gebaut werden soll, begleitet er aufmerksam und kritisch.

Die Planung und Umsetzung des 1990 eingeweihten "Naturnahen Schaugartens" am Rande des Pegnitztals bei der Mainau war Thema seiner Diplomarbeit als Landschaftsarchitekt. Unterstützt wurde das Projekt von einer BN-Gartengruppe.

Scheuerlein ist seit 2001 Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. Seit 1994 engagiert er sich ehrenamtlich auch im Fürther Naturschutzbeirat. Er reicht Stellungnahmen zu Bebauungsplänen und Verordnungen der Stadt ein und organisiert die "Aktion Krötenzaun" in Burgfarrnbach. Beim S-Bahn-Schwenk erreichte der BN Seite an Seite mit der Stadt Fürth einen Stopp der Bahn-Planungen. Bei der Vorstandswahl 2021 wurde Scheuerlein einstimmig im Amt bestätigt.

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