Stadt lehnt weiteres Hochhaus ab

14.6.2013, 11:00 Uhr
Was auch immer aus dem Postkomplex am Bahnhof wird: Ein weiteres Hochhaus dulden die Verantwortlichen bei der Stadt hier nicht. Maßstab für eine Neubebauung müssen die niedrigeren benachbarten Gebäude sein.

Was auch immer aus dem Postkomplex am Bahnhof wird: Ein weiteres Hochhaus dulden die Verantwortlichen bei der Stadt hier nicht. Maßstab für eine Neubebauung müssen die niedrigeren benachbarten Gebäude sein. © Berny Meyer

Der Fall war im Nu vom Tisch. Der nicht näher benannte neue Eigentümer des Postareals trägt sich nach Darstellung von Oberbürgermeister Thomas Jung und Baureferent Joachim Krauße offenbar mit dem Gedanken, auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Bahnhofplatz, Hauptbahnhof und Schwabacher Straße neue Gebäude für Hotellerie, Gastronomie, Dienstleistung und Wohnen zu errichten. Alles sei sehr vage, hieß es von Seiten der Stadtspitze. Doch habe der Investor über einen Makler vorfühlen lassen, wie hoch er sein Grundstück bebauen dürfe. Angedacht seien zwei Varianten: ein einzelnes Gebäude vom Kaliber Bahnhofcenter oder Zwillingstürme mit je acht Stockwerken.

Jung stellte in der Sitzung klar, er wolle „keine weiteren Hochhäuser“, woraufhin Krauße ähnlich kurz und bündig meinte: „Das deckt sich zu 100 Prozent mit der Meinung der Bauverwaltung.“ Zwar erklärte, SPD-Fraktionschef Sepp Körbl, ein Hotel an diesem Verkehrsknotenpunkt stünde der Stadt „gut zu Gesicht“. Doch war er sich mit den Vertretern aller Parteien einig, dass für die Bauhöhe — so Krauße — die niedrigere umliegende Bebauung der Maßstab sein müsse. „Keinesfalls dürfen das die Hochhäuser sein.“ Der Vorstoß wurde somit einstimmig zurückgewiesen.

Seit 2008 ist ist die Post nur noch Mieter in ihrer Zentrale am Bahnhofplatz. Wie berichtet, verkaufte der Logistikkonzern damals bundesweit rund 1300 Immobilien an den US-Immobilienkonzern Lone Star. Ob sich die Eigentumsverhältnisse inzwischen geändert haben, konnte Postsprecher Erwin Nier gestern Abend nicht sagen.

Doch stellte er klar, dass die 70 bis 75 Briefzusteller, die zuvor in dem Gebäudekomplex um den großen Ladehof untergebracht waren, im Sommer 2012 in die Uferstadt umgezogen sind. Der Paketdienst mit 25 bis 28 Beschäftigten werde in den nächsten Wochen in ein Ausweichquartier umsiedeln, ehe er im Herbst „an einem der modernsten Standorte unterkommt, die es dann in Deutschland geben wird, und zwar noch auf dem Gebiet von Fürth.“

Für die Kunden dürfte sich nach Niers Einschätzung vorerst nichts ändern: Er könne nicht für das Schwesterunternehmen sprechen, sagte er. Doch gehe er davon aus, dass das Postbank Finanzcenter mit allen Services um Geldgeschäfte, Brief- und Paketversand ebenso am Bahnhof bleiben werde wie die Postfachanlage.

Neuen Hochhäusern am Bahnhof erteilte der Bauausschuss eine Absage, gegen ein anderes Projekt gab es keine Einwände: An der Würzburger/Ecke Unterfarrnbacher Straße will McDonald’s ein Drive-in-Restaurant eröffnen. Der Standort sei kein Ersatz für die Filiale in der Innenstadt, die 2012 dem geplanten Einkaufsschwerpunkt weichen musste, betonte der OB. Die Fastfood-Kette suche weiterhin „händeringend“ nach einem neuen Domizil im Zentrum.

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