Stadt(ver)führungen auf dem Hochhausdach

12.8.2016, 16:00 Uhr
Wolkige Programmpräsentation: Auf dem „Sonnenturm“ wollen Hannes B. Ehrhardt (Geschäftsführer ESW), Dirk Helmbrecht (Vorstandschef VR Bank Nürnberg), Julia Lehner (Kulturreferentin Nürnberg) und Horst Müller (Wirtschaftsreferent Fürth, von links) hoch hinaus.

Wolkige Programmpräsentation: Auf dem „Sonnenturm“ wollen Hannes B. Ehrhardt (Geschäftsführer ESW), Dirk Helmbrecht (Vorstandschef VR Bank Nürnberg), Julia Lehner (Kulturreferentin Nürnberg) und Horst Müller (Wirtschaftsreferent Fürth, von links) hoch hinaus. © Foto: Armin Leberzammer

Es ging hoch hinaus bei der Präsentation des Programms, für manchen zu hoch: Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner hatte nur ein trockenes „Ihr seid verrückt“ übrig für die Auswahl des Ortes: das Dach des 14-stöckigen „Sonnenturms“. Das Hochhaus auf der Fürther Schwand wird derzeit von einem der Sponsoren der Stadt(ver)führungen, dem Evangelischen Siedlungswerk, renoviert.

Immerhin lasse sich hier oben wunderbar „der eigene Horizont erweitern“, meinte Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller ebenso trocken. Diana Meisel, die zuständige Projektleiterin, fand das Hochhaus ebenfalls passend – „denn Kultur ist immer ein Abenteuer, und die Stadt(ver)führungen sowieso.“

Beim Veranstaltungsreigen Ende September wird der Sonnenturm zwar außen vor bleiben, geboten wird indes auch so jede Menge. In Fürth finden 60 der 379 Programmpunkte statt, dabei werden „einfache Bürger“ ebenso wie Prominente als Rundgangsleiter unterwegs sein.

Die Lebensläufe mächtiger und berühmter Fürther werden ebenso thematisiert wie gesellschaftliche, technische oder kulinarische Aspekte. So beschäftigen sich Barbara und Christian Schürmann mit der Burgfarrnbacher Adelsfamilie Pückler-Limpurg, das Stadtmuseum beleuchtet die Macht der Spielzeugfabrikanten, Journalistin Evi Kurz stellt einen politisch Mächtigen vor: den ehemaligen Bundeskanzler Ludwig Erhard und das ihm gewidmete, gerade im Bau befindliche Zentrum hinter dem Rathaus. Prominentester Stadt(ver)führer dürfte diesmal Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sein. Er lädt zur Führung „Die Macht des Stiftertums – der Beitrag jüdischer Bürger zur Stadtentwicklung“ ein.

Mitsingen erwünscht

Auf einen Rundgang freut sich Eike Söhnlein, Leiterin der Fürther Tourist-Information, besonders – und sie legt ihn den Teilnehmern deshalb besonders ans Herz: Unter dem Motto „Macht mit – singt mit!“ leitet sie die Gäste durch die Altstadt. „Das ist immer sehr spaßig, weil das Mitsingen ausdrücklich erwünscht ist, selbst wenn am Anfang alle immer ein bisschen verschämt dastehen“, sagt Söhnlein. Wer lieber zuhören möchte, dem sei der Auftritt des Nürnberger Seemannschors an ungewöhnlicher Stelle, im Metroplex-Kino, empfohlen. Horst Müller vermerkte bei der Präsentation stolz, dass Fürth schon zum zehnten Mal bei den ursprünglich rein Nürnberger Stadt(ver)führungen dabei ist. „Alleine könnten wir das nicht stemmen“, erkennt er mit Blick auf das Engagement der Nürnberger Projektbüros an.

Er hofft deshalb, die Kooperation „noch viele Jahre fortführen“ zu können. Besuche in der jeweiligen Nachbarstadt seien dabei ausdrücklich erwünscht – nur mit einer Führung würde er sich persönlich schwer tun, sagt Kleeblatt-Fan Müller: „Hier regiert der FCN“ heißt sie und führt zu den Anfängen des Clubs.

Im Vorverkauf kostet die Eintrittskarte acht Euro, FN-Abonnenten zahlen mit ihrer ZAC-Karte nur 6,40 Euro. Tickets und Programmheft sind unter anderem bei der FN-Geschäftsstelle, Rudolf-Breitscheid-Straße 19, und bei der Tourist-Info erhältlich. Weitere Informationen: www.stadtverfuehrungen.nuernberg.de

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