Verhaltene Euphorie zum Turnier

Start der EM: Fußballfieber im kleinen Kreis

10.6.2021, 20:00 Uhr
So dicht gedrängt wie zur WM 2018 wird das Public Viewing auf der Freiheit diesmal nicht ausfallen. Maximal 500 Menschen dürfen an Biertischen Platz nehmen.

So dicht gedrängt wie zur WM 2018 wird das Public Viewing auf der Freiheit diesmal nicht ausfallen. Maximal 500 Menschen dürfen an Biertischen Platz nehmen. © Foto: Ralf Rödel

Nein, sagt Marcel Gasde, bis vor kurzem habe er es sich auch nicht vorstellen können, dass sich so etwas wie Vorfreude auf die Fußball-Europameisterschaft einstellen würde. Zu sehr beschäftigt war auch der Mit-Geschäftsführer der Comödie und Organisator des EM-Events in den vergangenen Wochen mit dem Verlauf der Pandemie, hat gezittert, ob das Großereignis überhaupt stattfinden kann und wie sich Public Viewing, also das gemeinsame Verfolgen der Partien, organisieren lässt.

Jetzt, einige Wochen später und dank sinkender Inzidenzzahlen, steht fest: Ein bisschen was geht. Freilich, Veranstaltungen wie etwa 2006, als die WM in Deutschland stattfand und der neue Trend Public Viewing mehrere tausend Menschen vor der Leinwand versammelte, sind nach wie vor nicht möglich.

Aber nicht nur deshalb will es die Comödie auf der Freiheit langsam angehen lassen. Sie plant unter dem Namen "Sommerfreiheit" einen Open-Air-Kultursommer mit abwechslungsreichem Programm. Mit dabei: die deutsche Nationalelf – sollte sie es bis ins Viertelfinale schaffen. Am 2. oder 3. Juli, je nach Ausgang des Achtelfinales, könnte man die Partie dann auf der Freiheit verfolgen, ebenso wie das Halbfinale und schließlich das Endspiel. Verabschiedet sich Jogis Team früher aus dem Turnier, werden die Spiele ohne deutsche Beteiligung trotzdem übertragen.



Maximal 500 Besucher sind momentan in Biergärten erlaubt, und so viele dürfen auch auf der Freiheit auf Bänken an Tischen Platz nehmen. Ein Konzept, das bereits bei der vergangenen Weltmeisterschaft 2018 erprobt und für gut befunden wurde. "Das ist einfach gemütlicher, als wenn man stehen muss", sagt Gasde. Zu beachten gibt es in diesen Zeiten einiges. Zwar entfällt die Maskenpflicht am Platz und auch einen negativen Test braucht es nicht mehr.

Dafür aber eine Anmeldung, die unter www.sommer-freiheit.de ab sofort möglich ist. Fünf Euro in Form eines Verzehrgutscheins muss man pro Person bezahlen. Damit will die Comödie verhindern, dass die raren Plätze von Leuten blockiert werden, die dann doch nicht erscheinen. Bei zwei Caterern vor Ort kann man die Bons einlösen. Außerdem muss man seine Kontaktdaten angeben.

Wer lieber in kleinerem Rahmen mitfiebern will, hat dazu in einigen Fürther Lokalen Gelegenheit, die die Partien übertragen. Dabei gelten die üblichen Regelungen für einen Gaststättenbesuch. Bislang haben aber nur wenige Wirte angekündigt, eine Leinwand oder einen Fernseher aufzustellen, heißt es aus dem Wirtschaftsreferat.


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Schlägt sich die Nationalelf aber gut, könnten es durchaus noch mehr werden, so die Vermutung dort. Mit dabei sind bislang etwa das Maxim Fürth, die Bar und das Our Place in der Altstadt sowie in der Innenstadt das Chillies. Dort wird ein großes Fernsehgerät stehen, auf dem man die Spiele mit deutscher Beteiligung sowie alle Partien ab dem Halbfinale gucken kann.

Auch die Fürther Polizei bereitet sich auf das Turnier vor. Kräfte aus Mittelfranken und bei Bedarf auch von der Bereitschaftspolizei kommen in Fürth zum Einsatz, um die Großveranstaltung zu begleiten. Jede Partie werde im Vorfeld auf das mögliche Gewaltpotenzial der Fans hin geprüft, heißt es auf FN-Nachfrage bei der Pressestelle.

Allzu große Gedanken über gefährliche Szenarien macht man sich dort aber nicht. Anders die Polizeigewerkschaft. Sie hatte dieser Tage vor Eskalationen mit den Fans gewarnt, würde man diese auf Abstandsregeln oder Maskenpflicht hinweisen. Die Beamten, so die Befürchtung der Gewerkschaft, könnten dann als "Spielverderber" wahrgenommen und angegriffen werden.