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Samstag, 04.07.2020

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Steins Stadträte bremsen beim "Krügel-Areal"

Vor der Entscheidung steht ein Vor-Ort-Termin mit den Planern an - 28.05.2020 14:40 Uhr

Ein neues Wohnviertel soll dort entstehen, wo jetzt nur eine sandige Fläche zu sehen ist. Vor der Entscheidung wollen die Stadt aber mehr Informationen. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Ein Bebauungskonzept der Familie Krügel wurde 2018 verworfen. Nun legte das Nürnberger Immobilienunternehmen "Schultheiß Projektentwicklung" neue Pläne vor. Diese entsprechen weitgehend den Ergebnissen des Ideenwettbewerbs von 2016, die Gebäude-Verteilung bleibt ähnlich, doch die Höhen ändern sich. Neben Eigentumswohnungen sollen hier auch 66 geförderte Wohnungen entstehen, zudem eine Kindertagesstätte und ein öffentlicher Platz.

Diese Konzeption sorgte im Ausschuss für intensive Diskussionen — vor allem in Bezug auf den Verkehr und die Parkplätze: Geplant sind aktuell 430 Stellplätze für Fahrräder und 270 für Autos. Damit wolle Schultheiß einer sich verändernden Mobilität Rechnung tragen, heißt es.

Zudem würde sich die Bebauung des Geländes auf die umliegenden Straßen auswirken. So könnte eine Abbiegespur der Deutenbacher Straße zu einer Parkfläche umgewandelt werden, was freilich Konsequenzen für den Verkehr auf der stark genutzten Route hätte.

Man merkte der Debatte an, dass das neu gewählte Gremium hier einen Schnellschuss vermeiden und lieber langsam und gründlich vorgehen möchte. So wurde beschlossen, die Entscheidung zu vertagen. Die einzelnen Fraktionen werden sich zunächst mit den Planern treffen und das Gelände vor Ort in Augenschein nehmen, bevor sie ein endgültiges Votum abgeben.

Klar war die Sachlage dagegen bei einem weiteren Thema des Abends: der Errichtung einer zweiten Abwasserleitung unterhalb der Rednitz. Aktuell werden sämtliche Fäkalien der Stadt in der Mühlstraße auf Höhe des Kraftwerks nach Nürnberg gepumpt – über einen dringend sanierungsbedürftigen Kanal aus den 1960er Jahren. Das Ingenieurbüro Böck schlug vor, parallel zur bestehenden eine neue, moderne Leitung zu bauen.

Sobald diese angeschlossen ist, kann die alte Röhre untersucht und saniert werden. Anschließend dient sie als Reserve für Hochwasser und bei Wartungsarbeiten. Das Projekt wird etwa eine halbe Million Euro kosten – dafür soll die Leitung aber laut dem Ingenieurbüro auch die nächsten 100 Jahre halten. Der Bauausschuss nickte das Projekt ab. Ein Teil der Kosten soll auf die – bisher recht günstigen – Abwasserkosten der Stadt Stein umgelegt werden.

Peter Romir

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