Sterbenskranker sieht sein Alpaka-Baby doch noch

14.9.2018, 18:00 Uhr
Der Nachwuchs von Alpaka

Der Nachwuchs von Alpaka "Socke" ist da: Ein sterbenskranker Patient des Fürther Klinikums lernt den kleinen "Pegasus" kennen. © Klinikum Fürth

Der 55-Jährige, der bald sterben wird, hatte der Geburt seit längerem entgegengefiebert. Auf der Palliativstation des Fürther Klinikums wusste man: Dem Patienten würde es viel bedeuten, sich von seinen beiden Alpakas "Socke" und "Ornella" verabschieden zu können - und dabei möglichst auch noch "Sockes" Baby sehen zu können. Gerne wollte man ihm diesen letzten Wunsch erfüllen.

Doch der Nachwuchs von Alpaka-Dame "Socke" ließ sich Zeit. Der errechnete Geburtstermin verstrich, ohne dass sich etwas regte... Da sich zugleich der Zustand des Patienten verschlechterte, beschlossen er und das Palliativteam in der vergangenen Woche schließlich, nicht länger zu warten. In einem Krankentransportwagen des Roten Kreuzes wurde er zum Alpakahof nach Vogtsreichenbach gebracht, um die trächtige "Socke" und "Ornella" ein letztes Mal zu sehen.

Eineinhalb Stunden konnte er da mit den Tieren verbringen. Ausnahmsweise hat das Klinikum Bilder des bewegenden Abschieds veröffentlicht. Um sich bei den Helfern zu bedanken, die die Aktion ermöglicht haben. Und um anderen Patienten Mut zu machen.

Die Begegnung habe dem Patienten gut getan und Kraft gegeben, erzählte Josef Rauch, Leiter des Pflegeteams der Palliativstation, hinterher. Nach dem Besuch ging es ihm besser. Und es keimte neue Hoffnung, dass das mit dem Abschied vom Alpaka-Baby vielleicht doch noch klappen könnte.

"Wir konnten alle noch mal ins Boot holen"

Am Dienstagmorgen bekam er tatsächlich die freudige Nachricht: "Socke" hat ein gesundes männliches Junges zur Welt gebracht. Am Donnerstag lud ihn das Klinikum also noch einmal in den Krankentransportwagen des BRK. "Wir konnten alle noch mal ins Boot holen", sagt Rauch dankbar. Derselbe Fahrer wie beim ersten Mal steuerte den Wagen zum Alpakahof der Familie Reichert nach Vogtsreichenbach.

Die Begegnung war diesmal kürzer, sie habe den Patienten auch schon mehr angestrengt. "Aber es war sein unbedingter Wunsch, das Baby zu halten", erzählt Rauch. "Er hat es sehr genossen." Hinterher sei er müde, aber glücklich gewesen. Dem Alpaka-Baby, das jetzt ins Leben startet, hat er den Namen "Pegasus" gegeben.

 

 

 

 

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