Stiftung hilft der Stadt Fürth

28.10.2015, 06:00 Uhr

© Foto: Hans-Joachim Winckler

Eine Bücherei über den Dächern von Fürth, dazu ein Café. Ein Ort, an dem man in Büchern und Zeitungen schmökern kann und bei einer Tasse Kaffee den Blick über die Stadt schweifen lässt: Als im Sommer bekannt wurde, dass eine Zweigstelle der städtischen Volksbücherei ins Glasdachgeschoss der Neuen Mitte ziehen soll, gab es kaum jemanden, der diese Idee grundsätzlich nicht charmant fand.

Heiß diskutiert wurde aber die Kostenfrage, schließlich muss die Stadt 525 000 Euro ausgeben, um die Bücherei einzurichten, dazu kommen laufende Ausgaben wie die Miete. Grüne und CSU lehnten das Projekt im Stadtrat deshalb ab, sprachen zum Teil von „übertriebenem Luxus“.

Vielleicht werden diese Sorgen dank der Carl-Friedrich-Eckart-Stiftung ein bisschen kleiner: Sie schießt der Stadt 250 000 Euro zu, um damit beispielsweise die Einrichtung der neuen Räume zu bezahlen. Rathauschef Thomas Jung kann sich über die „größte Einzelspende“ in seiner bisher 14-jährigen Amtszeit freuen.

Am Montag haben Jung und Bürgermeister Markus Braun den Stifter aus der Fürther Unternehmer-Familie Eckart in den dritten und vierten Stock der Neuen Mitte geführt, um den Medien die frohe Nachricht zu überbringen und sich öffentlich zu bedanken. Zwar wird es noch Monate dauern, bis die Räume so weit sind, dass sie bezogen werden können, aber Eckart zeigte sich schon jetzt beeindruckt. „Bildung muss nicht immer ins dunkle Kämmerchen“, sagte er, „sondern kann auch lichtdurchflutet im Stadtzentrum ein Zuhause haben.“

Nicht die erste Spende

Rathauschef Jung erinnerte daran, dass die Volksbücherei keinen Standort mehr in der Innenstadt hat, seit sie in den 90er Jahren vom Berolzheimerianium in die Fronmüllerstraße in der Südstadt gezogen ist. Die Rückkehr ins Zentrum sei überfällig.

Eigentlich hatte man im Rathaus zunächst den Plan, mit einer Zweigstelle in einen Flügel des Hauptbahnhofs zu ziehen, doch die angedachte Sanierung des Gebäudes entwickelt sich zur Hängepartie. „Als sich die Möglichkeit mit der Neuen Mitte auftat, mussten wir die Chance ergreifen“, so Jung.

Die Eckart-Stiftung, sagte er, verteile Geld nicht nach dem Gießkannenprinzip. „Sie wollen überzeugt sein von der Nachhaltigkeit und der Sinnhaftigkeit eines Projekts“, wandte sich Jung an den Stifter, der dem Rathaus bereits vor einiger Zeit mit viel Geld geholfen hatte, den Skaterpark am Schießanger zu bauen oder auch die Langhans-Anlage beim Hardenberg-Gymnasium auf Vordermann zu bringen. Das Konzept der Zweigstelle habe ihn überzeugt, gab Eckart zurück und erzählte gutgelaunt, dass er in jungen Jahren als Kunde der Volksbücherei im Berolzheimerianum hin und wieder Mahnungen erhielt, wenn er mal wieder vergessen hatte, ein Buch zurückzubringen.

Laut Bürgermeister Markus Braun werden die Bücherei und das Café – Pächter wird die Familie, die im Wöhrl an der Freiheit eine Kaffeebar betreibt – im Frühjahr 2016 gemeinsam eröffnen. Braun spricht von einem „Ort der Begegnung“, von „Bildung zwischen Konsum und Kommerz“.

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