Donnerstag, 22.04.2021

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Stiftungsaltenheim: Wird das Fürther Klinikum neuer Träger?

Im Gespräch sind außerdem fünf Wohlfahrtsverbände - Entscheidung des Stadtrats steht aus - 24.02.2021 14:30 Uhr

Die Stadt will nicht mehr länger Trägerin des Stiftungsaltenheims sein.

23.02.2021 © Wolfgang Händel


Die Grünen machen Druck: Sie fordern von der Stadtspitze mehr Transparenz und Mitbestimmung, was die Zukunft des städtischen Stiftungsaltenheims angeht.

Zuletzt fühlten sie sich außen vor gelassen: In der vergangenen Sitzung des kommunalen Finanz- und Verwaltungsausschusses zeigte sich Fraktionssprecher Kamran Salimi irritiert und enttäuscht darüber, dass die Stadt bereits auslote, ob Wohlfahrtsverbände Interesse haben, die Trägerschaft für das defizitäre Seniorenheim zu übernehmen. Eine Vergabe habe man schließlich noch gar nicht beschlossen. Bürgermeister Markus Braun gab damals unumwunden zu: "Die Probleme wachsen uns ein Stück weit über den Kopf."

Mit Blick auf das nächste Zusammenkommen des Ausschusses am Donnerstag verlangen die Grünen nun in einem Antrag, dass der Stadtrat schriftlich über die betriebsorganisatorische Lage und den baulichen Zustand der Einrichtung informiert wird. Hintergrund: Der Komplex ist teils arg in die Jahre gekommen; lediglich 80 von 102 Plätzen können deshalb belegt werden.

Nur bei einer Offenlegung der finanziellen und personellen Situation könnten die Stadträte ihrer Aufgabe nachkommen und "Optionen für den Weiterbetrieb des Altenheims in kommunaler Hand abschließend beurteilen", heißt es.


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Weiter wollen die Grünen, dass der Stiftungsrat der kommunalen "1848er Gedächtnisstiftung" – sie ist Trägerin des Seniorenheims – "umgehend wieder vollständig" besetzt wird und der Vorstand zeitnah eine Sitzung einberuft. Im Stiftungsrat sind vier Stadtratsmitglieder stimmberechtigt, darunter Grünen-Sprecher Salimi. Vertreten sind zudem sechs Nicht-Stadträte aus "gesellschaftlich wichtigen Gruppen", wie Sozialreferentin Elisabeth Reichert auf FN-Nachfrage erklärt.

Die Grünen fordern auch, dass das Gremium Einblick in ein Gutachten zur wirtschaftlichen Situation des Seniorenheims bekommt. Seit Jahren klappt es nicht, das Haus kostendeckend zu betreiben; pro Jahr schlägt derzeit ein Defizit von einer Million Euro zu Buche.

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Das Thema "Städtisches Altenpflegeheim" steht unterdessen bereits auf der Tagesordnung des Ausschusses am Donnerstag: Die Sozialreferentin will den Mitgliedern in der Sitzung Auskunft über die Fortschritte in puncto Übernahme der Trägerschaft geben.

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Fünf Wohlfahrtsverbände und ein kommunales Unternehmen haben ihr Interesse bekundet: die Awo, das BRK, die Caritas, die Diakonie, der Paritätische in Bayern – und das Fürther Klinikum. Das Krankenhaus mit ins Boot zu holen, halten auch die Grünen für sinnvoll, "insbesondere, um die Patientenversorgung über die Sektorengrenzen hinaus besser steuern und regeln zu können". Reichert würde es begrüßen, wenn das Klinikum die Trägerschaft übernimmt – "eine Win-win-Situation", denn: Dort sei die Kompetenz vorhanden, um ein Seniorenheim zu führen.

Am Ende, betonen die Fürther Grünen, müsste bei der Lösungsfindung das Wohl der Bewohner und der Beschäftigten an oberster Stelle stehen. Das dürfte die Sozialreferentin freilich genauso sehen. Sie hofft auf die Unterstützung des Ausschusses, damit die Verwaltung im nächsten Schritt in die Gespräche mit den interessierten Verbänden und dem Klinikum einsteigen kann.

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