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Montag, 17.06.2019

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Street Art: Künstler bringt Farbe auf Fürths Straßen

David Zinns Kreidewesen stimmen auf das Internationale FigurenTheaterFestival ein - 23.05.2019 12:30 Uhr

Ein Kasten voller Ideen: David Zinn integriert Street Art ins Stadtbild, seine Kunst zierte bereits U-Bahnhöfe in Manhattan. Aus Anlass des Figurentheater-Festivals ist er nun erstmals in Deutschland. © Horst Linke


War die immer schon da? Die Maus, die in der Ecke des Kulturforum-Hofs aus ihrem kleinen Backsteinbau spitzt? Nein, der Nager ist neu. Der Amerikaner David Zinn hat das zauberhafte 3D-Wesen aus Straßenkreide auf das Pflaster gemalt.

Zinn, der aus Ann Arbour im US-Bundesstaat Michigan stammt, begann sein Berufsleben als Illustrator. Mit einem Kasten Straßenmalkreiden für Kinder fand der 49-Jährige allerdings erst seine wahre Berufung. "Als ich ein kleiner Junge war, gab es in meiner Umgebung keine Bürgersteige, auf denen ich hätte malen können", wagt er einen Erklärungsversuch für seine große Liebe zu den fabelhaften Kleintieren, mit denen er Asphalt und Pflaster verzaubert.

Dank Instagram, Facebook und Co. ist der zurückhaltende Mann mittlerweile ein Star der Szene. Fürth begeistert ihn jetzt. Inspirationen ohne Ende habe er schon entdeckt, sagt Zinn. Lachend sagt er: "Was haben sich bloß die Leute hier gedacht, als sie in den vergangenen Tagen einen Amerikaner sahen, der sich intensiv ein Stück Bürgersteig anschaut?" Die Antwort ist einfach. Der Kreidekünstler sieht mehr als andere. Er zeigt auf ein Büschel Löwenzahn: "Das könnte eine Löwenmähne werden. Oder der Bart eines Trolls."

Alles regt die Fantasie an

Wildkräuter, brüchiger Beton, Kanaldeckel – alles regt Zinns Fantasie an. Oder wie er sagt: "Ich versuche mir vorzustellen, was diese ganz bestimmte Stelle sein möchte."

Bei der Arbeit begleitet ihn auch in Fürth ein Einkaufstrolley, so ein kurioses Ding auf Rollen, wie es alte Damen gern hinter sich herziehen. Darin hat er seinen Farbkasten verstaut und einen Teleskop-Stock. Einmal geschüttelt und, klack, Zinn hält einen langen Stab in der Hand. Ein wichtiges Hilfsmittel, mit dem er unter anderem immer wieder prüft, wo genau sich der künftige Betrachter seiner Figuren am besten hinstellt, damit die Perspektive für ihn perfekt wird.

Denn so putzig seine Dinos, Ferkel oder Sluggos — darunter darf man sich giftgrüne Kerle mit Stielaugen vorstellen — auch sein mögen: David Zinn arbeitet mit höchster Präzision an seiner liebenswerten Menagerie.

Noch ein Blick auf die Maus im Hof des Kulturforums. "Ich stelle mir vor, sie sitzt am Fenster und wartet", überlegt er. "Vielleicht trinkt sie ein Bier dabei." Es sei ihr vergönnt.

Mit seinen Zeichnungen ist David Zinn bis einschließlich Montag täglich von 9 bis 17 Uhr in der Fürther Innenstadt unterwegs. Mit dem fränkischen Western "Glopf an die Himmelstür" vom Theater Kuckucksheim startet das Fürther Festival-Aufführungsprogramm an diesem Freitag um 19.30 Uhr im Kulturforum (Würzburger Straße 2).

Karten für das gesamte Festival hat die FN-Geschäftsstelle (Schwabacher Straße 106, Tel. 2 16 27 77). 

Sabine Rempe

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