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Freitag, 29.05.2020

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Streit um AfD: Jugendmagazin kontert Vorwurf der Linkspartei

Nachwuchsjournalisten wollen sich auch mit "anderen Meinungen" auseinandersetzen - 24.01.2020 06:00 Uhr

Die Nachwuchsjournalisten des Jugendmagazins Direkt sehen es als ihre Aufgabe, sich auch mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Auslöser ist eine Videodebatte des Jugendmagazins zur Kommunalwahl, zu der auch die AfD eingeladen wurde. © Foto: Kathrin Walther


Die Linke hatte kürzlich mit Blick auf verschiedene Aktionen vor der Kommunalwahl im März angekündigt, ihr OB-Kandidat Niklas Haupt werde an keinen Podiumsdiskussionen teilnehmen, zu denen die AfD eingeladen wurde. Deshalb werde man Einladungen des Stadtjugendrings und des direkt.magazin ausschlagen. "Wer mit der AfD umgeht, als wäre dies eine ganz gewöhnliche Partei, spielt mit dem Feuer", ließ sich Haupt in einer Pressemitteilung zitieren und weiter: "Diese Partei ist eine Bedrohung für Demokratie und Bevölkerung. Statt ihr ein Podium zu bieten, muss diese rassistische Partei bekämpft und die Zivilgesellschaft gestärkt werden."


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Die Macher des Jugendmagazins nehmen eine andere Haltung ein: "Wir verstehen uns selbst als Jugendjournalisten und halten uns aus diesem Grund an den Pressekodex." Darin heißt es: "Zur wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit gehört, dass die Presse in der Wahlkampfberichterstattung auch über Auffassungen berichtet, die sie selbst nicht teilt."

Genau aus diesem Grund hätten sie einen Vertreter der AfD eingeladen. "Nicht, weil wir der Partei eine Plattform für Eigenwerbung bieten wollen, sondern weil wir ganz im Sinne der Wahlkampfberichterstattung über alle berichten wollen, die Bürgermeisterkandidaten stellen und eine realistische Chance haben, in den Stadtrat einzuziehen."

Die beiden Direkt-Chefredakteure Lara Heiße und Luca Schallenberger betonen zudem, dass es sich bei ihrer Veranstaltung zur Wahl nicht um eine klassische Podiumsdiskussion handelt. Der "direkt.Talk" sei eine Videoreihe, bei der jeweils zwei Kandidaten unterschiedlicher Parteien ohne Publikum miteinander diskutieren. Heiße und Schallenberger kündigen an, den Kandidaten dabei durchaus auf den Zahn fühlen zu wollen, "um unseren Zuschauern so ein unparteiisches, neutrales, aber kritisch hinterfragtes Bild der Parteien zu geben".

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