Samstag, 31.10.2020

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Streit um ökologisches Bauen in Fürth schwelt weiter

Die Grünen wollen in der Debatte um das Areal am Westrand von Burgfarrnbach nicht klein beigeben - 18.10.2020 10:00 Uhr

Auf dieser stattlichen landwirtschaftlichen Fläche am Westrand von Burgfarrnbach sollen die rund 100 neuen Häuser entstehen. Im Hintergrund ist die Siedlung am Magnolienweg zu erkennen, an die das Areal anschließt.

© Foto: Wolfgang Händel


Wie berichtet, hatte das Konzept bereits in der jüngsten Sitzung des kommunalen Bauausschusses die Gemüter erregt und zu einer Grundsatzdiskussion über ökologisches Bauen geführt. Vorgesehen sind auf dem Areal, das formal unter dem Namen "Westlich Magnolienweg" firmiert und sich zwischen dem Sportgelände des TSV Burgfarrnbach und der Würzburger Straße an der Landkreisgrenze erstreckt, rund 100 Bauplätze für Einfamilien- und Doppelhäuser – insbesondere für Familien mit Kindern.

Nach Angaben der Stadt liegen bereits 468 Anfragen vor. Während der Oberbürgermeister appelliert, an "hunderte Familien" zu denken, die sich hier Hoffnung auf einen Bauplatz machen, fordern die Grünen eine weit ökologischere Ausrichtung der Planung.

BN strikt dagegen

Der Bund Naturschutz (BN) lehnt das Projekt gar in Bausch und Bogen ab. Zu viel landwirtschaftliche Fläche werde geopfert, zudem befinde sich das Gelände zu weit entfernt vom Ortskern. Ganz den Daumen senken wollen die Grünen nicht, doch sie hätten sich eine "innovative autofreie Neuplanung mit modernem Verkehrskonzept, klimaneutraler Energie- und Wärmeversorgung sowie flächensparendem Bauen" gewünscht.


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Stattdessen tue "die selbsternannte Klimaschutzstadt Fürth gerade alles, um die CO2-Reduktionsziele nicht zu erreichen". Während man inzwischen in ganz Deutschland mühsam versuche, energietechnisch durch nachträgliche Dämmung und Sanierung aufzuholen, zementiere Fürth in diesem Neubaugebiet den "nachweislich klimaschädlichen, veralteten Baustandard ". Es handle sich um das "übliche Einerlei aus wahllos zur Siedlung angehäuften, freistehenden Einfamilienhäusern mit Parkplatz".

Die Folge: Man werde schon in wenigen Jahren "wieder teuer umbauen müssen", um den fehlenden Klimaschutz zu gewährleisten. "Ein bisschen Öko-Zuckerguss" in Form von Spielstraßen, begrünten Dächern von Autogaragen sowie wasserdurchlässigen Autostellplätzen und einem eventuell geplanten Blockheizkraftwerk genüge bei Weitem nicht modernen Ansprüchen. Solardächer und einen höheren Dämmstandard schlage man künftigen Eigentümern lediglich zur freien Entscheidung vor.


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Nötig ist nach Grünen-Ansicht stattdessen ein Verkehrskonzept mit Carsharing-Standort, Lastenradverleih und überdachten Fahrradabstellanlagen, Ladeplätzen für Elektroautos und Pedelecs. Dazu eine autofreie Siedlung mit effizientem Bauen, bei der am Rand geparkt wird – zumal es in den angrenzenden Siedlungen genügend Lücken für klassische Einfamilienhäuser gebe.

Blick in andere Städte

Auch zweigeschossige Bebauung, innovative Reihenhäuser und Wohngruppen für Gemeinschaften und Initiativen regen die Grünen an. Andere Städte, wie etwa Freiburg, seien in puncto Siedlungsplanung schon weiter. Man könne sich bei diesen Kommunen Anregungen holen.

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Das zuständige Baureferat der Stadt hatte eingewendet, es müsse komplett neu geplant werden, wolle man derlei umsetzen. Das aber wollen die Grünen nicht gelten lassen. Denn trotz des langen Zeitraums – das Konzept datiert aus dem Jahr 2017 – befinde sich das Verfahren ja noch im Anfangsstadium.

 

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