Donnerstag, 17.10.2019

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Stromleitungstrasse sorgt für Diskussion

Marktgemeinde Wilhermsdorf will einen Grundstücksbesitzer zur Kasse bitten - 16.06.2019 16:00 Uhr

Strommonteur beim Verlegen von Speed-Pipe-Röhrchen für Stromkabel und Glasfasernetze. © Archivfoto: Arne Dedert/dpa


Darunter versteht man die Erlaubnis, dass zum Beispiel eine Strom-, Wasser- oder sonstige Leitung durch ein fremdes Grundstück geführt wird. Das wird im Grundbuch eingetragen. In der Regel erhält der Besitzer dafür Geld.

Nein, er wolle nicht kritisieren, dass das notwendige neue Kabel nicht auf dem alten Leitungsweg verlegt wird. "Doch für die alte Trasse gab es eine Grunddienstbarkeit", stellte der dritte Bürgermeister Fritz Ruf fest. Und wenn ein Kabel nicht mehr unter seinem Boden verläuft, habe der Besitzer dadurch einen Vorteil, so Rufs Überlegung. "Muss die Kosten für die Verlegung also nicht der Grundbesitzer tragen?", fragte er.

Insoweit wollte sich Ruf nicht so recht anfreunden mit dem von Bürgermeister Uwe Emmert zur Abstimmung gestellten Vorschlag: Ein neues 20.000-Volt-Kabel soll im Gehsteig entlang der Staatsstraße und dann quer durch eine Wiese bis zur Kläranlage verlegt werden. Die jetzige Stromleitung verläuft mitten durch ein Grundstück, auf dem gerade ein mehrgeschossiger Neubau entsteht. Das Kabel würde durch die Verlegung überflüssig.

Emmert wirkte etwas verlegen. Denn offenbar war die Grunddienstbarkeit, um die es hier ging, bei inzwischen zwei Besitzerwechseln und einem Bauantrag keiner Behörde aufgefallen. Früher gehörte das Gelände der Baywa, dann einem – inzwischen verstorbenen – Kfz-Unternehmer. Mittlerweile werden dort barrierefreie Geschosswohnungen in die Höhe gezogen.

Die Gemeindeverwaltung hatte zwar eine umfangreiche Ausarbeitung eines Ingenieurbüros über das Für und Wider zweier neuer Leitungstrassen vorgestellt. Doch über die Grunddienstbarkeit für das bestehende Kabel findet sich darin nichts. Und wie es scheint, hat auch die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt nicht kontrolliert, ob der Vorbesitzer die Vorgabe, Ausgleichsflächen zu schaffen, beim Bau einer Werkstatt eingehalten hat. Den Ausgleich hole nun das Wohnbauunternehmen mit einem Schilfteich nach, war zu hören.

Am Ende der Diskussion einigten sich Rat und Bürgermeister darauf: Die Verwaltung werde prüfen, welche Kosten der Neubesitzer an der Verlegung der Kabeltrasse übernehmen muss.

Heinz Wraneschitz

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