Einkaufsführer

Tipps für Fürth: So feiert man giftfrei unterm Weihnachtsbaum

6.12.2021, 11:00 Uhr
Regionale Weihnachtsbäume gibt es auch alljährlich beim Verkauf der Fürther Stadtförsterei.

Regionale Weihnachtsbäume gibt es auch alljährlich beim Verkauf der Fürther Stadtförsterei. © Archivfoto: Thomas Scherer

Wie soll der ideale Weihnachtsbaum aussehen? Dazu gibt der Bund Naturschutz (BN) zwar keine Ratschläge – dafür aber Hinweise, wo die Kundschaft bei Tanne & Co. zugreifen sollte: am besten bei Exemplaren, die regional und unter Bio-Aspekten produziert wurden.

"Wir werben bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern darum, Bio-Weihnachtsbäume zu kaufen, die in den bayerischen Regionen ohne Kunstdünger und Pestizide aufgewachsen sind", sagt Sabine Lindner, Vorsitzende des Bundes Naturschutz im Landkreis Fürth. Man wolle auch bei den Christbäumen wegkommen von langen Transportfahrten, die das Klima belasten, von Spritzmitteln, die in den meisten konventionellen Plantagen eingesetzt werden, und von Düngemitteln, die Gewässer und Trinkwasser zusetzten.

Deshalb präsentiert der BN zur Adventszeit einen regionalen Einkaufsführer. In die Anbieterliste für ökologisch erzeugte Christbäume konnten auch neue Produzenten aufgenommen werden, um den Kundinnen und Kunden so die Entscheidung zu erleichtern. Der BN wirbt aber auch bei den Waldbesitzern, Plantagenbetreibern und Verkäufern, mehr Bio-Weihnachtsbäume anzubieten.

Bei der Pflege geschlagen

Laut BN kommt der optimale Christbaum direkt aus dem Wald und wird ohnehin im Zuge von Pflegemaßnahmen geschlagen. Hier gehen keine landwirtschaftlichen Flächen für Christbaumplantagen verloren und es wird auch kein Wald dafür gerodet. Insgesamt werden nach Kenntnis der Naturschützer aber noch relativ wenige Exemplare direkt aus dem Forst angeboten.

Man appelliere an Waldbesitzer und Förster, mehr Ware aus der Waldpflege anzubieten, "denn bessere Bäumchen kann es nicht geben", sagt Ralf Straußberger, Waldreferent des BN, der sich darüber hinaus für biozertifizierte Exemplare aus Bayern stark macht.

Denn die Palette des pestizid- und düngerfreien Anbaus reicht von den hohen Standards der Bio-Anbauverbände Demeter, Bioland, Biokreis und Naturland, die der BN besonders empfiehlt, über die EU-Bio-Zertifizierung bis hin zu freiwilligen Selbstverpflichtungen von Anbauern.

Ganz anders sieht die Lage bei konventionell produzierten Bäumen aus: Im vergangenen Jahr hat der BN bundesweit Stichproben auf Rückstände an Pestiziden untersuchen lassen. Bei über der Hälfte der Ware wurde das Labor fündig.

Auch wenn ein konventioneller Baum im Wohnzimmer wahrscheinlich nicht direkt gesundheitsschädlich ist, so sei der Einsatz von Pestiziden auf Plantagen ein Problem für die Artenvielfalt: Die Gifte gelangen in Böden und Gewässer, sie töten oder schädigen Bienen und andere Insekten und sie zerstören Lebensräume von Nützlingen. Vier der im vergangenen Jahr in den Bäumen gefundenen Wirkstoffe seien, so der BN, hochgiftig für Bienen.

Eine Liste von Anbietern, die giftfrei produzieren, gibt es unter www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/feste-feiern/weihnachtsbaum-kaufen. Fragen beantwortet Ralf Straußberger unter der Rufnummer (01 71)7 38 17 24.

fn

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