Einkaufsführer

Tipps für Fürth: Wo gibt es Weihnachtsbäume ohne Gift?

vnp

28.11.2022, 15:00 Uhr
Viele Fürther schwören auf einen Baum aus der Stadtförsterei. Auch heuer werden dort wieder pestizidfreie Tannen und Fichten aus eigener Kultur verkauft.

 

© Thomas Scherer Viele Fürther schwören auf einen Baum aus der Stadtförsterei. Auch heuer werden dort wieder pestizidfreie Tannen und Fichten aus eigener Kultur verkauft.  

Rund 25 Millionen Tannen, Fichten und Kiefern schmücken an Weihnachten die Wohnzimmer in Deutschland. Doch mit dem Baum holen sich manche auch einen giftigen Chemiecocktail ins Haus. Denn rund 90 Prozent der Gewächse, so Zahlen des Bundes Naturschutz (BN), stammen aus Intensiv-Plantagen, wo sie mit Herbiziden, Insektiziden, Fungiziden und Dünger behandelt werden. Bei stichprobenhaften Untersuchungen fand der BN allein neun verschiedene Pflanzenschutzmittel, vier davon hochgiftig für Bienen. Außerdem haben die Bäume, die oft weite Strecken bis zu uns zurücklegen, mitunter eine schlechte Klimabilanz.

Wer sicher sein will, dass sein Weihnachtsbaum aus der Region stammt und darüber hinaus nicht voller Giftstoffe steckt, dem hilft der BN weiter. Denn auch heuer wieder präsentiert die Naturschutzorganisation einen regionalen Einkaufsführer. In die aufwändig recherchierte Händlerliste für ökologisch erzeugte Christbäume konnten auch neue Anbieter aufgenommen werden.

„Wir raten eindrücklich, nur Bio-Weihnachtsbäume zu kaufen, die in den bayerischen Regionen ohne Kunstdünger und Pestizide aufgewachsen sind“, so Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN. „Wir möchten auch bei den Christbäumen wegkommen von langen Transportfahrten, die das Klima belasten, von Spritzmitteln, die in den meisten konventionellen Plantagen eingesetzt werden, und von Düngemittelrückständen, die oft die Gewässer und das Trinkwasser belasten.“ Die Händlerliste des BN bietet diesbezüglich eine wichtige Orientierung, wo man Öko-Christbäume herbekommen kann.

Kein Wald wird „geopfert“

Der optimale Christbaum kommt direkt aus dem Wald, er fällt ohnehin bei der Waldpflege an. Hier gehen keine landwirtschaftlichen Flächen für Christbaumplantagen verloren und es wird auch kein Wald dafür „geopfert“, was immer wieder vorkommt. Leider werden relativ wenige Christbäume direkt aus dem Wald angeboten. „Wir appellieren an Waldbesitzer und Förster, mehr Weihnachtsbäume aus der Waldpflege anzubieten, bessere Bäumchen kann es nicht geben. Plantagenbesitzer sollten darauf achten, keine Pestizide und Dünger zu verwenden“, so der BN-Waldexperte Ralf Straußberger.

Die Palette des pestizid- und düngerfreien Anbaus reicht von den hohen Standards der Bio-Anbauverbände Demeter, Bioland, Biokreis und Naturland, die der BN besonders empfiehlt, über die EU-Bio-Zertifizierung bis hin zu freiwilligen Selbstverpflichtungen von Anbauern.

Ganz anders bei konventionell angebauten Bäumen, in denen sich bei rund der Hälfte der untersuchten Bäume Giftstoffe nachweisen ließen. „Auch wenn ein konventioneller Baum im Wohnzimmer wahrscheinlich nicht direkt gesundheitsschädlich ist, so ist doch der Einsatz von Pestiziden auf Plantagen vor allem ein Problem für die Artenvielfalt: Die Gifte gelangen in Böden und Gewässer, sie töten oder schädigen Bienen und andere Insekten und sie zerstören Lebensräume von Nützlingen“, erklärt Geilhufe.

In Fürth kann man ökologisch vertretbare Bäume auch heuer wieder direkt bei der Stadtförsterei kaufen. Am 16. Dezember bietet sie Exemplare aus der eigenen Tannen- und Blaufichtenkultur an, außerdem Bäume direkt aus dem Wald. Ungespritzt seien sie, verspricht Stadtförster Martin Straußberger, anstelle von Unkrautvernichtern werde zwischen den Bäumchen gemäht.

Weil lange Transportwege wegfallen, seien die Bäume CO2-neutral – und damit sogar umweltfreundlicher als die Plastikbäume, die sich immer mehr Menschen anschaffen, so Straußberger. Und nach dem Fest verströmt der Baum noch wohlige Wärme. Dann nämlich, wenn er – getrocknet und in Stücke zerteilt – im Ofen verfeuert wird.

Die Liste mit den Verkaufsstellen findet sich im Internet unter https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/feste-feiern/weihnachtsbaum-kaufen

1 Kommentar