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Freitag, 24.05.2019

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Tödliche Kollision mit Streifenwagen: Polizist muss vor Gericht

Bei dem Unfall war ein Mopedfahrer gestorben - Prozess beginnt im Mai - 05.03.2019 15:45 Uhr

In der Kreuzung Rothenburger Straße/Ansbacher Straße kollidierten der Streifenwagen und das Moped. © ToMa


Der Unfall hatte viele Menschen bewegt. Jetzt steht fest, dass der Fall vor Gericht landet: Dem Beamten, der den Streifenwagen steuerte, werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung zur Last gelegt.

Vor kurzem hatte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Anklage gegen den Polizisten erhoben. Die Behörde war nach ihren Ermittlungen zum Ergebnis gekommen, dass der Beamte auf der Rothenburger Straße mit Blaulicht und Martinshorn fuhr – dabei aber nicht die gebotene Sorgfalt gezeigt habe. Mit einem Kollegen war er an jenem Sonntagnachmittag auf dem Weg zu einem Einsatz in Dietenhofen.

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Von Polizeiauto erfasst: Mopedfahrer kommt bei Zirndorf ums Leben

Ein Polizeiauto mit Blaulicht erfasste am Sonntagnachmittag ein Moped, dessen Fahrer noch an der Unfallstelle verstarb. Die genauen Hintergründe sind noch unklar, deshalb wurde von der Staatsanwaltschaft ein Gutachter an die Verbindungsstraße von Zirndorf nach Ammerndorf beordert.


Ihm wird vorgeworfen, auf Höhe von Wintersdorf bei roter Ampel mit mindestens 140 km/h in die Kreuzung Rothenburger/Ansbacher Straße eingefahren zu sein; erlaubt sind in dem Abschnitt grundsätzlich 70km/h. In der Kreuzung erfasste der Streifenwagen den von rechts kommenden Mopedfahrer, dessen Ampel laut Staatsanwaltschaft grün gezeigt hatte. Anschließend kollidierte das Polizeiauto mit einem entgegenkommenden Audi A4. Der 30-jährige Mopedfahrer starb noch an der Unfallstelle. Der Audi-Fahrer wurde leicht verletzt.

Zu hohes Tempo

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wäre der Unfall vermeidbar gewesen. Da seine Ampel Rotlicht zeigte, hätte der Polizist mit Querverkehr rechnen und vorsichtiger in die Kreuzung fahren müssen. Im Juli war der Unfall für Schallmessungen rekonstruiert worden, nachdem einige Zeugen bezweifelten, dass das Martinshorn angeschaltet war.

Das Amtsgericht Fürth hat die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen. Der öffentliche Prozess beginnt am Donnerstag, 16. Mai, um 8.30 Uhr im Sitzungssaal 104 (1. OG) im Hauptgebäude, Bäumenstraße 32. Wie aus der Pressemitteilung des Gerichts hervorgeht, sind acht Zeugen und ein Sachverständiger geladen.


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Hinweis: Der Artikel wurde am 7. März aktualisiert. In einer früheren Version hieß es, der Prozess beginnt am 14. März. Das Amtsgericht hat inzwischen aber mitgeteilt, dass der Auftakt verschoben wird - "wegen Erkrankung des Verteidigers", wie es heißt. 

czi

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