Gastronomie

Traditionslokal in Fürth: Es tut sich was im Gelben Löwen

11.9.2021, 11:00 Uhr
Lange war der Gelbe Löwe in der Gustavstraße geschlossen. Doch jetzt tut sich etwas.

Lange war der Gelbe Löwe in der Gustavstraße geschlossen. Doch jetzt tut sich etwas. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Es tut sich wieder was im Gelben Löwen. Wer in der Gustavstraße oder generell in der Altstadt unterwegs ist, hat vielleicht schon die Plakate gesehen, die vom Wiederaufleben eines der traditionsreichsten Fürther Lokale kündet: "Coming soon #spring 2022" steht dort, inklusive Hinweis auf einen Instagram-Account mit Updates.

Fest steht bereits: In die Traditionswirtschaft kehrt ab Frühjahr 2022 wieder Leben ein, auch wenn noch nicht endgültig feststeht, ob der Name der Kneipe wieder "Zum Gelben Löwen" lauten wird. Bleiben soll jedenfalls das Schild an der Fassade.

Hämmern und Bohren

Das Haus in der Gustavstraße 41 ist mittlerweile im Besitz von Thomas Vorndran (63), der die Immobilie privat erworben hat. Wer hier im Moment vorbeigeht, kann das stete Werkeln, Hämmern und Bohren nicht überhören – das Gebäude erfährt im Moment eine grundlegende Überholung. Das betrifft nicht nur das Gasthaus im Erdgeschoss, sondern auch die darüber liegenden Wohnungen in Vorder- und Rückgebäude.

Die Immobilie steht zwar nicht unter Denkmal-, wohl aber unter Ensembleschutz: Das betrifft vor allem die Fassade, die Fenster und das Dach. "Veränderungen müssen stets mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden", betont Vorndran.


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Elf Wohnungen sind geplant. Besonders im Vordergebäude will der 63-Jährige auf ein "junges Konzept" bauen, Wohngemeinschaften seien angedacht: "Die Wohnungen dort sind sehr großzügig, es ist vorstellbar, dass hier Studenten, für die sonst nicht so viel Platz zur Verfügung steht, einziehen könnten. Generell wollen wir aber Wohnungen für jedermann, der gerne in einer Altstadt lebt, anbieten."

Besonders angetan ist Vorndran vom Flair der Gustavstraße: "Hier herrscht ein herrliches Leben, es sind schöne und gepflegte Häuser. Vor allem merkt man den Fürthern die Bindung zur Gustavstraße an. Wir spüren also auch die Verantwortung und legen großen Wert darauf, dass der Gelbe Löwe so erkennbar bleibt, wie die Fürther ihn von früher kennen."

Ins gleiche Horn stößt auch Julian Grus, der den Gelben Löwen als Gastronom betreiben wird. "Es ist schön, ein solches Traditionslokal zu übernehmen. Wir wollen den Kneipencharakter behalten, aber trotzdem etwas Neues in die Gustavstraße reinbringen."

"Kein reines Speiselokal"

Was das sein wird, da hält sich der 22-Jährige, Sohn einer Gastronomen-Familie, noch bedeckt: "Ich habe ein paar Ideen, aber noch nichts Spruchreifes. Fest steht: Wir wollen ein Tages- und Abendkonzept auf die Beine stellen, wo die Gäste am Nachmittag Kaffee und Kuchen, am Abend aber auch einen gepflegten Gin Tonic haben können. Essen wird es geben, aber wir werden kein reines Speiselokal."


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Grus legt Wert auf frische und nachhaltige Lebensmittel. Ein erster Eindruck bietet da vielleicht das Glücksrausch in der Nürnberger Augustinerstraße, das Grus seit zwei Jahren betreibt, die Kuchen dort beispielsweise sind alle selbst gebacken. Ansonsten soll es im Gelben Löwen auch vegane Speisen geben, eine rein deutsche Küche ist nicht geplant.

Der Anwohner-Problematik ist sich Grus bewusst, glaubt aber, hier keine Probleme zu bekommen: "Jung und Alt sollen bei uns Platz finden, unser Publikum ist bunt gemischt. In Nürnberg müssen wir auch um 23 Uhr unsere Gäste nach innen bitten, das klappt reibungslos. Generell wollen wir niemanden verärgern mit unserem Konzept, sondern das Angebot in der Gustavstraße bereichern, sodass auch die Anwohner gerne vorbeikommen."

Und, ganz wichtig: Für Julian Grus wird die Gustavstraße jedenfalls kein kurzfristiges Projekt, wie er versichert. "Hier steckt so viel Herzblut drin, so etwas will ich langfristig halten."

Einen Winter lang heißt es also noch durchhalten, dann hat Fürth seinen Gelben Löwen wieder – wenn auch in neuem Gewand.

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