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Trogbrücke wird trockengelegt

Am Kanal-Bauwerk über das Zenntal muss der Rostschutz erneuert werden - 06.04.2013 16:00 Uhr

Wie vor einem Jahr werden am Montag wieder Helfer des Technischen Hilfswerks die Trogbrücke am Solarberg leerpumpen. Für Neugierige wird heuer eine Aussichtsplattform errichtet.

© Hans-Joachim Winckler


Notwendig ist diese Maßnahme, um neuen Korrosionsschutz an den 1100 Quadratmetern der Seitenwände aufzutragen und eine spezielle Korrosionsschutzanlage zu installieren. Bei der Erneuerung der Brückenlager für 1,3 Millionen Euro vor zwei Jahren war für diese Maßnahme keine Zeit mehr geblieben und im vergangenen Jahr reichte die Zeitspanne der Trockenlegung auch nicht aus, um die Aufgabe vollständig zu erledigen.

Am nordwestlichen Widerlager wird heuer als Besonderheit für schaulustige Spaziergänger ein Besichtigungsturm aufgebaut, der einen Blick in die trockengelegte Kanaltrogbrücke ermöglicht. Aber auch vom Solarberg aus hat man einen guten Überblick.

Eine ähnliche Baumaßnahme steht übrigens für die Trogbrücke über das Schwarzachtal an. Zu Reparaturzwecken entleert werden ferner die Kanalschleusen Erlangen und Strullendorf. Diese Arbeiten sind nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes erforderlich, um die Anlagen in einem betriebssicheren und leistungsfähigen Zustand zu erhalten.

Die Schifffahrt auf der rund 760 Kilometer langen Main-Donau-Verbindung, die wesentlicher Bestandteil des „nassen“ Transeuropäischen Verkehrsnetzes ist, ruht dann für elf bis 17 Tage. Auf dem 171 Kilometer langen Kanal zwischen Bamberg und Kelheim gibt es insgesamt 16 Schleusen.

Alle Maßnahmen unterliegen einem ambitionierten Terminplan. Vergangenes Jahr wurde an der Trogbrücke über das Rednitztal auch nachts gearbeitet. Die enge Terminierung ist notwendig, um die Binnenschifffahrt als kostengünstigen und umweltfreundlichen Verkehrsträger zeitlich so wenig wie möglich einzuschränken.

Der Termin wurde daher mit dem Binnenschifffahrtsgewerbe bereits vor zwei Jahren abgestimmt, so dass sich die Binnenschifffahrt und die Häfen langfristig auf diese Sperre einstellen konnten. Über ein Jahr Vorbereitung und Planung wurde in die jetzt anstehenden Instandsetzungen bereits investiert. Ein breites Spektrum an Arbeiten aus den Bereichen Stahl- und Stahlwasserbau, Beton- und Massivbau, Maschinenbau sowie Nachrichten- und Elektrotechnik steht auf der Agenda. Darüber hinaus sind Spezialisten wie Taucher und Vermesser im Einsatz. Unterstützt und zum Teil erst ermöglicht werden die Arbeiten durch den Einsatz einer Vielzahl an Autokränen und Spezialarbeitsschiffen der Wasser- und Schifffahrtsämter.

Die geplanten Arbeiten, mit einem gesamten Auftragsvolumen von zirka 2,3 Millionen Euro, werden mit 190 eigenen Ingenieuren, Technikern und Facharbeitern unter Beteiligung der Fachstelle für Maschinenwesen Süd sowie über 50 Fremdfirmen, welche nochmals 160 Mitarbeiter stellen, durchgeführt.

Insgesamt 28000 Kubikmeter müssen aus dem fünf Meter tiefen, zuvor abgeschotteten Trog der Zenntalbrücke abgepumpt werden, bevor gearbeitet werden kann. Das haben in den Vorjahren Kräfte des Technischen Hilfswerks mit 18 Hochleistungspumpen in einer Nachtschicht übernommen.

 

Volker Dittmar

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