Mittwoch, 05.05.2021

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Trotz Corona: Großputz im Fürther Freibad läuft auf Hochtouren

Noch weiß niemand, wann das Bad am Scherbsgraben öffnen kann, aber im Mai will man startklar sein - 11.04.2021 18:48 Uhr

Das Scherbsgrabenbad wird derzeit flott gemacht für die kommende Saison.

11.04.2021 © Hans-Joachim Winckler


Wo im Sommer die Gäste ihren Spaß haben sollen, werden Blätter zusammengefegt, Liegewiesen in Form gebracht, der angelegte Strand wird einer Frischekur unterzogen. Zu Saisonbeginn Mitte Mai soll das Freibad startklar sein. Trotz alledem.

"Das Leben muss weitergehen. Wann wir dann tatsächlich öffnen können, steht in den Sternen, oder besser: Es hängt von der Verfügung unserer Landesregierung ab", sagt Geschäftsführer Rainer Grasberger.

Besonders wichtig für ein einladendes Bad: die Schwimmbecken! Sie werden von Grund auf gereinigt und mit Wasser gefüllt. "Letzteres", so Grasberger, "hängt von der Witterung ab. Im Moment muss man ja noch Nachtfröste fürchten."

Und natürlich muss die technische Wasseraufbereitungsanlage gewartet werden, damit sie im Sommer reibungslos funktioniert. Abschließend wird die Wasserqualität im Labor getestet – rund 40 Werte insgesamt. Das ist ein wichtiger Schritt, die Badegäste sollen sich schließlich darauf verlassen können, dass alle Parameter in Ordnung sind. Die Freigabe für den Badebetrieb erfolgt durch das Gesundheitsamt.

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Sechs bis acht Leute von der Badeaufsicht sowie aus dem Reinigungs- und Hausmeisterteam sind mit den Garten- und Wartungsarbeiten beschäftigt. "Sie sind hochmotiviert und sehr froh, dass sie jetzt etwas machen können", so Grasberger. Weil das Fürthermare coronabedingt seit Monaten geschlossen ist, waren zuletzt alle in Kurzarbeit.


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Insgesamt sind 100 Leute davon betroffen, die in Sauna, Gastronomie, Fitnessclub und in den Bädern beschäftigt sind. "Das ist für uns eine Situation, die wir nie im Leben für möglich gehalten hätten, einfach schlimm."

Die Perspektivlosigkeit sei besonders zermürbend, ein Licht am Ende des Tunnels noch nicht in Sicht. Grasberger: "Alle reden von Friseuren und Gastro-Betrieben, doch es trifft auch ganz andere Branchen, von denen viel weniger die Rede ist, wie zum Beispiel Messebauer oder Taxifahrer – und uns!"

Für die nächsten Monate hält der Geschäftsführer ein Szenario für wahrscheinlich: "Der Außenbereich wird der erste sein, der in Betrieb geht – vielleicht mit einem Modell wie im letzten Jahr, bei dem die Besucher Zeitfenster buchen können. Sechs bis acht Wochen später folgt vermutlich der Rest."

Entscheidend aber ist für Grasberger, wann das Unternehmen endlich wieder ganz ohne Auflagen durchstarten kann. Die Umsätze seien 2020 um 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Er sagt: "Wenn wir das Bad öffnen und nur 60 Prozent der Gäste reinlassen dürfen, ist es fast schlimmer, als wenn ganz geschlossen ist." Denn die Betriebskosten sind so hoch, dass die Verluste immer weiter steigen.

Auch Grasbergers Hoffnung ruht nun auf der Impfkampagne: "Die muss endlich in Fahrt kommen."

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