14°

Dienstag, 20.04.2021

|

zum Thema

Trotz Corona: So viel Geld investieren Firmen in Fürth

Vom "Flair" bis zum Hauptbahnhof: Die größten Bauprojekte in der Kleeblattstadt - 27.08.2020 11:00 Uhr

Blick ins neue "Flair": Der Umbau des City-Centers durch Investor P&P ist aktuell das herausragende Einzelhandelsprojekt in Fürth.

16.09.2019 © Chapman Taylor


Der Kleinbus fährt um elf am Rathaus ab, sein Ziel: Großbaustellen privater Unternehmen. Neues ist bei der Tour mit dem OB tatsächlich nicht dabei, über jede einzelne Maßnahme hat diese Zeitung schon berichtet. In der Zusammenschau machen sie aber doch Eindruck, was ganz im Sinn des Oberbürgermeisters ist. Thomas Jungs Botschaft mitten in der Coronakrise: "Wir haben keinen Stillstand, die Wirtschaft investiert weiter in Fürth."

"So ein Projekt werden wir nicht wohl nicht mehr sehen"

Zunächst geht es in die Würzburger Straße, wo das Evangelische Siedlungswerk auf dem Ex-Norma-Areal 190 Mietwohnungen, 45 Eigenheime und eine Kita hochzieht. Investitionsvolumen: 55 Millionen Euro. "Ein Wohnbauprojekt in diesem Ausmaß werden wir in Fürth wohl nicht mehr sehen", sagt der Rathauschef. Es gebe einfach keine Flächen dieser Größenordnung mehr.

Zurück in die Innenstadt und zu Fürths aktuell herausragendem Einzelhandelsprojekt: dem gut 60 Millionen Euro teuren Umbau des lange Zeit verwaisten City-Centers zum "Flair". Das Einkaufszentrum könnte im Herbst 2021 Eröffnung feiern. Investor P & P tüftelt gerade an einem neuen Konzept. Was anfangs als "Wohnzimmer der Fürther" angekündigt wurde, soll mehr Erlebnischarakter bekommen. Details dazu nennt P & P noch nicht, aber der OB verspricht: "Darunter sind Ideen, die es in der Region so noch nicht gibt."

Bilderstrecke zum Thema

Neue Einkaufswelt: Fürther City-Center wird zum "Flair"

Das City-Center ist Geschichte. Mit dem neuen Shopping-Zentrum "Flair" erhält die Kleeblattstadt eine moderne Einkaufswelt, die "konsumig-hip" wirken soll. Wir haben uns auf der Großbaustelle umgesehen.


Einzigartig dürfte auch das Unterfangen von Unternehmer Philipp Streng werden: Er will den riesigen, aber maroden Backsteinbau der Wolfsgrubermühle in ein Hotel mit 100 Betten und viereinhalb Sternen umbauen. Weil das gut geplant sein muss, fällt der Startschuss für die Arbeiten wohl frühestens 2022.

Am Fürther Hauptbahnhof geht Streng bereits in die Vollen. Das Gebäude wird generalsaniert, rund 3500 Quadratmeter Nutzfläche werden revitalisiert. "Das Projekt beschäftigt mich schon über meine ganze Amtszeit", sagt OB Jung. Mit Schrecken erinnert er sich daran, wie ihm die Deutsche Bahn um das Jahr 2004 vorgeschlagen hatte, das Gebäude abzureißen und durch einen "modernen Zweckbau wie in Duisburg" zu ersetzen. "Unfassbar", so Jung. Bis sich die DB dazu durchringen konnte, den Bahnhof einem Investor mit einem Gespür für Denkmalschutz zu verkaufen, sollten weit über zehn Jahre vergehen.


Sanierung des Fürther Hauptbahnhofs: Das plant der Investor.


Weitere Großbaustellen, die der Bus nicht ansteuert, die Jung aber beispielhaft erwähnt: Die Brandstätter Immobilien GmbH errichtet für sieben Millionen Euro neben dem Stadion der SpVgg ein Gebäude, in dem eine große Kindertagesstätte, aber auch Gewerbe Platz findet. An der Stadthalle entsteht ein Hotel und auf dem früheren Tucher-Areal in der Südstadt baut die Firma BPD Immobilienentwicklung für knapp 27 Millionen Euro 125 Wohnungen.

Rekordbaustelle Hornschuch-Campus

Ein zweites P & P-Projekt stellt alles in den Schatten: Der Hornschuch-Campus, eine 37 000 Quadratmeter große Brache an den Bahngleisen, soll sich mit Büro- und Gewerbeflächen, Studentenwohnungen und einem Hotel füllen. Bis zu 1000 Arbeitsplätze könnten auf dem Areal entstehen, das Investitionsvolumen beläuft sich auf 180 Millionen Euro. "Summiert man alle diese Großprojekte", so Jung, "kommt man schnell auf über 300 Millionen Euro."

Bilderstrecke zum Thema

Nach langem Leerstand: Wolfsgrubermühle in Fürth wird zum Top-Hotel

Lange Jahre lag das Areal an der Wolfsgrubermühle im Dornröschenschlaf. Einen Teil des ehemaligen Mühlenkomplexes hat die Stadt jetzt an die Wolfsgruber GmbH verkauft, die in dem markanten Backsteingebäude ein Vier-Sterne-Hotel mit rund 100 Zimmern errichten will.


Zum Abschluss hält der Bus in der Gebhardtstraße an einer Baustelle, die eigentlich keine mehr ist: Die Gewerbeimmobilie "GS 28" von Unternehmer Jochen Schreier ist so gut wie fertig; auszubauen wäre noch der sechste Stock, der einen imposanten Ausblick bietet und einen Mieter sucht. Was Jung freut: Alle Investoren – von ESW bis P & P – kommen aus der Gegend.

Aber auch überregionale Firmen hätten Interesse an Fürth. So plane ein Unternehmen eine Gewerbeimmobilie auf dem Parkplatz zwischen Bahnhofshochhaus und Kino, ein zweites wolle eine Industriebrache auf der Hard wiederbeleben. Sollten beide Projekte konkret werden, hätte der OB vielleicht zwei neue Haltestellen: für die Medienrundfahrt im Sommer 2021.

4

4 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth