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Trotz Coronavirus: Fürther Frühlingsfest findet statt

Die Stadt hat entschieden, dass der Rummel auf der Freiheit über die Bühne gehen kann - 10.03.2020 19:08 Uhr

Am späten Nachmittag bekamen Eduard Wentzl (re.), Sprecher der Marktkaufleute, und seine Kollegen den für sie erlösenden Anruf aus dem Rathaus.

10.03.2020


Auf der Freiheit herrschte bis in die späteren Nachmittagsstunden eine angespannte Atmosphäre. Eigentlich wollten die 28 Schausteller ihre Fahrgeschäfte fertig aufbauen und die Marktstände dekorieren. Stattdessen warteten sie im Dauerregen gebannt auf den Anruf aus dem Rathaus: Kann das Frühlingsfest nun am Donnerstag starten oder muss es abgesagt werden? Denn zuvor hatte die bayerische Staatsregierung entschieden, sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern bis 19. April zu untersagen. So will man die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen.

Roland Schramm aus Hof hatte deshalb sein Karussell vorsichtshalber noch gar nicht abgeladen, Ronald Morawski vertröstete seine Getränkelieferanten immer wieder aufs Neue. Schließlich kam die erlösende Nachricht: Das Frühlingsfest geht vom 12. bis 22. März über die Bühne.

Ausschlaggebend waren für das örtliche Gesundheitsamt die Besucherzahlen. Nach Einschätzung von Eduard Wentzl, Sprecher der Marktkaufleute, werden maximal 800 Menschen auf einmal auf der Freiheit sein. Hinzu kommen die (noch) geringen Infektionszahlen in Fürth und die Tatsache, dass es sich um eine Freiluftveranstaltung handelt.

Den Schaustellern fiel ein Stein vom Herzen. Eine Absage des Fests direkt nach der Winterpause wäre für sie ein herber Schlag gewesen – zumal man derzeit nicht absehen kann, ob es zu weiteren virusbedingten Ausfällen kommt. Auch der verkaufsoffene Sonntag findet statt.

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Apropos Sonntag: Ebenfalls viele Besucher werden bei den Kommunalwahl am 15. März erwartet, viele Wahlhelfer seien deshalb besorgt, erzählt der zuständige Bürgeramtsleiter Rainer Baier. Um sie zu beruhigen, klärt er über Schutzmaßnahmen auf: Lüftung des Wahllokals, Abstand halten, kein Handschlag, langes Händewaschen.

Für jedes Wahllokal hat Baier je 100 Einweghandschuhe geordert – eher fürs gute Gefühl, denn "ob das was bringt, weiß ich nicht", so Baier. Bereits vergangene Woche hat er zudem 140 Desinfektionsmittel-Spender bestellt. Dass sie noch rechtzeitig ankommen, bezweifelt er jedoch. Stand jetzt, geht er davon aus, dass die Wahl nicht gefährdet ist.

Anders als die für diesen Freitag geplante Demonstration von "Fridays for Future" und "Families for Future" in Fürth. Man wolle, so heißt es in einer Pressemitteilung, die Gesundheit der Mitstreiter nicht aufs Spiel setzen. Unter ihnen seien auch viele ältere – und damit gefährdete – Menschen. Statt auf der Straße soll der Protest nun digital stattfinden.

 

Lange Besprechungen

 

Bewegte Zeiten sind es momentan für die Stadtverwaltung. Auch am Dienstag gab es wieder lange Besprechungen, an denen unter anderem Bürgermeister Markus Braun beteiligt war; so wolle man auf die "dynamische Lage" reagieren – will heißen: darauf, dass sich derzeit ständig etwas ändern kann.

Bis Dienstagnachmittag gab es in Fürth zumindest keinen neuen Krankheitsfall. Damit bleibt es bei vier positiv Getesteten. Weil zwei von ihnen die Leopold-Ullstein-Realschule besuchen, bleibt diese, wie berichtet, bis 22. März geschlossen.

Braun befasst sich in seinem Amt als Schulbürgermeister derzeit auch mit dem Thema Online-Unterricht. Sollte an weiteren Schulen der Unterricht ausfallen müssen, könnte man so den verpassten Stoff daheim zumindest teilweise vermitteln.

"Bis vor zehn Wochen hätte ich mir nicht vorstellen können, dass so etwas nötig sein würde", räumt Braun ein. Inzwischen aber müsse man sich für sämtliche Eventualitäten rüsten. Falle der Unterricht etwa über mehrere Wochen aus, träfe dies vor allem angehende Abiturienten hart.

Im Landkreis gibt es inzwischen sieben weitere Infizierte. Darunter seien keine Schüler, sagt Christian Ell, Sprecher des Landratsamts. Die Schulen im Kreis bleiben deshalb vorerst geöffnet.

 

hjw/gwen/lui

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