Montag, 20.01.2020

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Trotz Kritik: Fürther Wochenmarkt wächst Richtung Pavillon

Umstrittene Ausdehnung in befestigte Areale der Adenaueranlage gilt als sicher - 10.12.2015 13:50 Uhr

Von der Bustrasse an der Freiheit aus (im Hintergrund) soll sich der künftige Wochenmarkt im Bereich der Spiegelsäule bis zum Pavillon, zwischen dessen Säulen und um diese herum erstrecken. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Die SPD hatte sich Mitte November, als die Entscheidung schon einmal anstand, Bedenkzeit ausgebeten, um die durchaus umstrittene Materie intern noch einmal ausgiebig diskutieren zu können. Wenig überraschend haben sich die Sozialdemokraten, die im Rat über die absolute Mehrheit verfügen, aber inzwischen der Meinung ihres Oberbürgermeisters und von Wirtschaftsreferent Horst Müller angeschlossen: Beide plädieren mit Nachdruck für den Marktstandort Bustrasse/Adenaueranlage, den auch das Beratungsunternehmen Cima und ein städtischer Projektbeirat empfohlen haben.

Hier, so die Argumentation, profitiere der Markt am meisten von den Passantenströmen, die nicht zuletzt dank der Neuen Mitte zugenommen haben, gerade durch die Teilnutzung des Parks böten sich beste Perspektiven. Beharrlichen Widerstand leistet indes ein „Bündnis für Innenstadtgrün“, in dem sich der örtliche Bund Naturschutz, das Fürther Sozialforum, eine Anwohnerinitiative und der Verein „Wir sind Fürth“ zusammengeschlossen haben. Sie kritisieren ebenso wie die Fürther Grünen vor allem den geplanten Zugriff auf die Adenaueranlage und haben das am Donnerstagmittag einmal mehr zum Ausdruck gebracht.

Bedenken der Gegner, in einer Art Salamitaktik könnten entgegen aller Zusagen die Grünflächen des Parks vereinnahmt werden und ebenso wie die Bäume Schaden nehmen, weist das Rathaus allerdings weiter entschieden zurück. Das werde keinesfalls geschehen, so OB Thomas Jung auf Nachfrage der FN. Er stehe zu seinem Wort.

Der „Schwerpunkt des Marktgeschehens“ müsse, so Jung, auf der Bustrasse liegen; in der Adenaueranlage werde man lediglich „bereits befestigte Bereiche vor, im und neben dem Musikpavillon“ in Betracht ziehen – „zur Kommunikation, zur Begegnung, aber auch zum Verzehr“.

Die Hintertür zu einer ausgedehnten kommerziellen Beanspruchung, wie Kritiker prophezeien? Nein, beteuert der OB: Man schließe Marktbuden zwar an dieser Stelle nicht aus, aber man werde das Areal „sicher nicht damit vollstopfen“. Von Vorstößen wie jenem der beiden kommunalen Stadtheimatpfleger, die 1827 entstandene Anlage zum „Denkmalort“ zu erheben und den Pavillon lediglich zeitweise und nur „für kulturelle, nicht kommerzielle Zwecke“ zu nutzen, hält der Rathauschef nichts. Das sei ihm „zu eingeschränkt“, könnte doch gerade die teilweise Einbeziehung des kleinen Parks dem künftigen Markt laut Konzept zum erhofften eigenen Charakter verhelfen. Insbesondere gastronomische Angebote schweben der Stadtspitze hier vor, die für mehr Attraktivität bürgen sollen.

Auch der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller, federführend in Sachen Wochenmarktstandort, spricht sich deshalb dafür aus, zunächst einmal mit dieser Stoßrichtung zu planen. „Das heißt aber noch nicht, dass es auch so kommt“, versucht Müller zu beruhigen. Die Kommune erhalte damit „keinen Persilschein“.

Denn: Vermutlich im Frühjahr 2016 werde man dem Stadtrat ein „detailliertes Gesamtkonzept“ vorlegen können. Und erst dann, so Müller, falle die endgültige Entscheidung. Voraussichtlich im Frühjahr 2017 könnte nach seinem Zeitplan der Startschuss für den neuen Wochenmarkt fallen.

Der Artikel wurde am 10. Dezember um 13.50 Uhr aktualisiert.

Wolfgang Händel

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