Samstag, 14.12.2019

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Tuchenbach: 100 000 Euro mehr für die Kläranlage

Gemeinderat nickt den Zuschlag ab - 03.12.2019 11:58 Uhr

Gerät und Material zeigen: An der neuen Tuchenbacher Kläranlage wird gearbeitet. © Foto: Heinz Wraneschitz


Seit wenigen Wochen wird an der neuen Kläranlage gebaut. Im Sommer 2018 hatte sich der Gemeinderat für das Biocos-System der Firma ZWT aus Bayreuth im Wert von gut einer halben Million Euro entschieden. Vor einem Jahr beschloss der Rat den Bau, in diesem März beauftragte er die FB Hoch- und Tiefbau GmbH aus Cadolzburg mit der Ausführung.

Eigentlich hatte Planer Jürgen Wagner vom gleichnamigen Roßtaler Ingenieurbüro gehofft, die Baufirma würde schon im Sommer loslegen. Tatsächlich starteten die Arbeiten aber erst im Oktober.

Und gleich habe sich herausgestellt: Zu den 1,83 Millionen Euro Auftragswert kommen noch Kosten wegen "Statikproblemen" hinzu. "Die Spundung und das Vorbohren sind zwingend erforderlich, das habe ich dummerweise in der Ausschreibung vergessen", gestand der Ingenieur freimütig ein.

Doch offensichtlich gestehen die Tuchenbacher Ratsmitglieder ihrem Planer auch Fehler zu: Die Mehrkosten von 46 000 Euro – "die Arbeiten wurden bereits getätigt ohne Beschluss" (Wagner) – nickte das Gremium einstimmig ab. Wohl auch, weil in diesem Fall die "Abrechnung auf Stundenbasis günstiger war als die Gesamtbausumme im Nachtragsangebot", wie Bürgermeister Leonhard Eder (Interessengemeinschaft Tuchenbach, IGT) bestätigte.

Eine Auftragserweiterung um 62 000 Euro für die Klärwerksfirma ZWT ging ebenfalls ohne Gegenstimme durch den Rat. Mit diesen Zusatzfunktionen wird zum Beispiel die Reinigung des bereits eingebauten Rechens mit geklärtem statt Frischwasser möglich. Laut Bürgermeister Eder werden dafür zurzeit 2000 Kubikmeter Trinkwasser jährlich verwendet. Im Zusatzauftrag seien auch die Nutzung eines vorhandenen Schlammbeckens, eine Gebläseluftleitung sowie mehrere Rohre für Schlammtransport enthalten, erläuterte Jürgen Wagner. Dass in diesem Fall nicht der billigste Anbieter zum Zuge kam, hatte er mit der "Einbindung in die Steuereinheit von ZWT" begründet. Leonhard Eder unterstützte ihn mit dem Argument "Sonst schiebt die eine Firma die Schuld auf die andere, wenn irgend etwas nicht funktioniert."

HEINZ WRANESCHITZ

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