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Tuchenbacher Rathauschef bleibt im Ehrenamt

Die „Aktiven Bürger“ hätten gern einen hauptamtlichen Rathauschef gehabt - 30.12.2019 11:01 Uhr

Fabian Fleischmann kandidiert für das Bürgermeisteramt in Tuchenbach. © Heinz Wraneschitz


Dass es ein „Er“ sein wird, liegt daran, dass die drei bisher im Gemeinderat vertretenen Fraktionen jeweils Männer aufs Bewerberschild gehoben haben: Der amtierende Ortschef Leonhard Eder tritt wieder für die „Interessengemeinschaft“ IGT an, Stefan Spielvogel für die „Wählergemeinschaft Tuchenbach“ WGT und Fabian Fleischmann für die „Aktiven Bürger Tuchenbach“.

Ausführlich begründet

Genau diese Aktiven Bürger – die laut Fleischmann ihren früheren Namen „Alternative für Tuchenbach“ änderten, um nicht weiter mit der AfD verwechselt werden zu können – wollten nun beschließen lassen: Der Tuchenbacher Rathauschef soll künftig hauptberuflich agieren. Die ausführlichen Begründungen stehen in einem Antrag, den der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung behandelt hat.


So sei der Umfang der Aufgaben für den Ersten Bürgermeister „ständig gewachsen, argumentieren die Aktiven Bürger. Das sprenge den Rahmen des klassischen Ehrenamts, es handle sich „nur noch formell“ um ein Ehrenamt. Zudem lägen die Mehrkosten per Wahlbeamten-Vergütung, Tarif A 13, kaum über der „Ehrenamtsentschädigung am oberen Ende“, die dem Ersten Bürgermeister Leonhard Eder zurzeit zustehe. Der widersprach vehement: „Ich liege im mittleren Bereich.“


WGT-Kandidat Spielvogel verwies auf die Statistik: In Bayerns Gemeinden zwischen 1000 und 2000 Bürgern seien nur 70 hauptamtliche, aber über 500 ehrenamtliche Bürgermeister tätig. Und „bei A 13 muss man die Endstufe nehmen.“ Mit den Zahlungen in die Pensionskasse komme man im Vergleich zu heute auf die dreifache Summe. Auch Hans Hümmer von der IGT sah keine Notwendigkeit für den Schritt. „Wir haben drei Bewerber. Die Leute bestätigen die hohe Präsenz des Bürgermeisters. Mir ist nicht bekannt, dass Sachen liegengeblieben sind.“

 

Lex Fleischmann?

Umstände, die auch Fleischmann nicht in Abrede stellte. Er strich das Engagement des ehrenamtlich amtierenden Ortschefs sogar heraus. Aber: Das Dorf werde „von einer Vollzeitstelle mehr profitieren als von einer Teilzeitstelle“. Allerdings bestritt er mehrmals ausdrücklich einen Zusammenhang des Antrags auf Hauptamtlichkeit mit seiner Kandidatur: „Ich würde das Amt auch ehrenamtlich ausüben.“ Sein Konkurrent Spielvogel hatte zuvor von einer „Lex Fleischmann“ gesprochen.
Am Ende stimmten nur Fleischmann und seine beiden Aktive-Bürger-Kollegen für die Abschaffung des Ehrenamts. Auch in der nächsten Amtsperiode bleibt also in puncto Erster Bürgermeister in Tuchenbach alles beim Alten.

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