Unfall in Fürth: Mutmaßlicher Gaffer würgte Polizisten

29.9.2020, 13:16 Uhr
Am Montagnachmittag kam es in Fürth zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Kleinbus und einem Streifenwagen der Polizei.

Am Montagnachmittag kam es in Fürth zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Kleinbus und einem Streifenwagen der Polizei. © ToMa

Unter anderem wurde ein Beitrag dazu auf der Facebook-Seite der Polizei Mittelfranken schon mehrere hundert Mal geteilt und kommentiert. "Schaulustige und Gaffer erschweren unsere Arbeit und behindern die Rettungskräfte bei der Versorgung von Verletzten. Mit Handyvideos einer Unfallstelle leistet ihr keine Hilfe, sondern ergötzt euch am Leid anderer Personen. Außerdem macht ihr euch sogar noch strafbar!", lautet der abschließende Appell in dem Unfallbericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

Zahlreiche Facebook-Nutzer äußerten ihr Unverständnis für das Verhalten des 27-jährigen Schaulustigen, der während der Aufnahme des Unfalls die Rettungsmaßnahmen mit seinem Smartphone filmte.

Von einem Polizeibeamten wurde der Mann daraufhin aufgefordert, die Unfallstelle zu verlassen und das Filmen einzustellen. Er weigerte sich jedoch, griff den Beamten an und würgte ihn. Daraufhin musste er mit körperlicher Gewalt zu Boden gebracht und vorläufig festgenommen werden. Sowohl der Polizist als auch der Angreifer zogen sich dabei leichte Verletzungen zu.

Polizei leitete zwei Ermittlungsverfahren ein

Gegen den 27-Jährigen wurden zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet - zum einen wegen Widerstandes gegen einen Vollstreckungsbeamten, zum anderen wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Polizisten. Außerdem wird er sich wegen eines Verstoßes gegen den Paragrafen 201a des Strafgesetzbuches verantworten müssen, der die "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" unter Strafe stellt.

Das Strafmaß für solche Vergehen reicht von Geldstrafen bis zu einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren. Laut der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken werde derzeit geprüft, ob der Schaulustige die Unfallopfer gegen ihren Willen tatsächlich gefilmt hat.

Nicht nur der 27-jährige mutmaßliche Gaffer hatte sich an der Unfallstelle daneben benommen. Von einer "befremdlich aggressiven Grundstimmung" spricht Polizei-Pressesprecher Michael Petzold. Mehrere Passanten hätten gegenüber den Einsatzkräften ihren Unmut über die Absperrmaßnahmen geäußert. Unter anderem beschwerten sie sich lautstark darüber, dass sie den Kreuzungsbereich nicht direkt durch die Unfallstelle passieren konnten.

Busfahrer wurde schwer verletzt

Der Unfall hatte sich an der Kreuzung Theresienstraße und Schwabacher Straße ereignet. Ein Streifenwagen war mit einem in Richtung Bahnhof fahrenden VW-Bus zusammengestoßen, der durch die Wucht des Aufpralls auf die Seite kippte und auf der Fahrerseite zum Liegen kam. Der 62-jährige Fahrer des Busses wurde schwer verletzt, ist aber außer Lebensgefahr. Die beiden Polizisten, die im Streifenwagen saßen, erlitten mittelschwere Verletzungen.

Die Unfallursache ist noch ungeklärt, aus Gründen der Neutralität hat die Verkehrspolizeiinspektion Mittelfranken die Ermittlungen übernommen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Gutachter eingeschaltet, der den genauen Unfallhergang ermitteln soll.

 

Am Montagnachmittag, gegen 16:15 Uhr kam es in Fürth aus noch nicht geklärter Ursache im Bereich Theresienstraße zum...

Gepostet von Polizei Mittelfranken am Dienstag, 29. September 2020