Freitag, 05.03.2021

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Veitsbronn: Auf kurzen Wegen zur Corona-Impfung

Pilotprojekt des Landkreises Fürth in der Zenngrundgemeinde verlief erfolgreich - 21.02.2021 18:58 Uhr

Achtung, Spritze: Rainer Röttenbacher bei der Impfung in Veitsbronn.

21.02.2021 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Georg Stieglitz ist die Freude trotz FFP2-Maske deutlich anzusehen: Der 80-Jährige kommt aus einem der Seiteneingänge der Veitsbronner Zenngrundhalle und macht ein paar Schritte in die Sonne. Auf die Frage, wie es gelaufen sei mit seiner Corona-Impfung, genügt dem Veitsbronner ein Wort: "super." Und, schiebt er schnell hinterher, "ich bin gleich an meinem Auto – optimal."

Die Parkplätze, ja die gibt es auch im Impfzentrum an der Rosenstraße in Fürth. Die Verantwortlichen haben das geradezu mantra-artig wiederholt. Landrat Matthias Dießl, der sich an diesem Samstagmittag ein Bild von der Lage macht, tut es ebenfalls: Die Stellflächen im Hof, an der Straße selbst und in der Tiefgarage der Fürther Stadthalle listet er auf.

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Doch wen man auch immer an diesem Tag in Veitsbronn fragt: Für die Bürger ist das ein gewichtiges Argument. Hier sei die Situation besser als in Fürth, findet Rainer Röttenbacher. Den Puschendorfer hat seine Frau zum Termin gefahren, "jetzt steht sie mit dem Auto gleich da am Parkplatz".

Vorplanung über drei Wochen

Kurze Wege zum Covid-19-Schutz, und das in jeder Beziehung, sollte sowohl das Angebot in Veitsbronn als auch in zwei Arztpraxen in der Stadt und im Landkreis bieten. Drei Wochen liefen im Impfzentrum und im Landratsamt die Vorplanungen für die erste dezentrale Impfstation im Fürther Land, das Pilotprojekt in Veitsbronn. Viele Dinge waren zu bedenken: die Abläufe in der Halle, die Anmeldung, die Arbeitsplätze der Teams, die ehrenamtlichen Helfer, und, und, und . . .

Eingeladen waren Menschen aus der Prioritätengruppe eins, allerdings nur die Gruppe 80 Jahre und älter: Bürger aus Veitsbronn, Obermichelbach, Tuchenbach und Puschendorf, die sich bereits telefonisch, schriftlich oder online für einen Termin hatten registrieren lassen. Die große Hürde war, erst einmal die passenden Kandidaten in den einzelnen Ortschaften herauszufinden.

Die Daten sind nicht sichtbar

Ein Problem des bayerischen Online-Portals: Die Software BayIMCO mache die Daten nicht sichtbar, erläutert Dr. Michael Hubmann, der ärztliche Leiter des Fürther Impfzentrums.

So blieb den Mitarbeitern nur der mühevolle Abgleich. Wie viele Anrufe nötig waren, um die zunächst 107 Termine in Veitsbronn zu vergeben, das kann Klaus Meyer von der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth (AGNF), die das Impfzentrum betreibt, nicht beziffern. Aber Erfahrungswerte besagen, "dass wir ein Fünftel der Bürger nicht erreichen".

30 Termine mehr

Erfreulich dagegen: Meyer und seine Kollegen merkten schnell, dass mehr geht. 30 nicht benötigte Impfdosen aus den beiden Arztpraxen wurden in die Zenngrundhalle gebracht. Von 137 Terminen klappten dann 132.

Um neun Uhr fiel der Startschuss – auch für die ehrenamtlichen Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Veitsbronn, die unter anderem den Einlass organisierten. Teils überpünktlich kamen die Bürger. Nach der Anmeldung im Foyer ging es für sie an einen der drei Impfplätze.

Entspannte Mienen

Drei Teams, bestehend aus einem Arzt und je einer Fachkraft aus dem medizinischen und verwaltungstechnischen Bereich, versorgten dort die Patienten. Je länger der Betrieb lief, umso mehr entspannten sich die Mienen der Verantwortlichen. Kein Wunder: Das Modell Veitsbronn soll schließlich im gesamten Fürther Land Schule machen – und zwar schon ab dem 27. Februar.

Man habe dafür "generalstabsmäßig geplant", sagt Matthias Dießl. Herausgekommen ist eine Aufteilung des Landkreises in sieben Regionen. Wertvolle Hilfe leistete dabei auch die "Einheit Katastrophenschutz", die Frank Bauer im Landratsamt leitet. "Wir wissen, in welchen Kommunen welche Immobilien zur Verfügung stehen", betont er.

Alle Impfungen jeweils in 20 Tagen

So weit ist mit den Städten und Gemeinden alles erledigt. Angaben zu Orten und Zeiträumen macht das Landratsamt diese Woche. Innerhalb von 20 Tagen soll die erste Impfung in allen Regionen abgewickelt sein, weitere 20 Tage später die zweite.

In Veitsbronn ist es bereits in knapp drei Wochen so weit. Darauf freuen sich auch Margit (82) und Dietmar Rothe (83). Das Ehepaar war am Samstag "total zufrieden". Und aus Obermichelbach sei es für sie "ja nur ein Rutsch".

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