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Veitsbronn: Umgehungsstraße und kein Ende

Gemeinderat diskutiert, aber ein Patentrezept für Verkehrsprobleme gibt es nicht - 05.03.2019 13:00 Uhr

Die Verkehrsbelastung in Veitsbronn könnte sogar noch steigen. Aber ist der Bau einer Umgehung die einzige Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen? Darüber sind sich die Mitglieder des Gemeinderats uneins. © Foto: Horst Linke


Einig ist man sich im Gemeinderat indes darin, dass unbedingt etwas gegen die enorme Verkehrsbelastung im Ort getan werden muss. Ob allerdings die südwestliche Umgehung ein Allheilmittel sein kann, wird von einigen Mandatsträgern bezweifelt. "Die Umgehung ist nicht die beliebteste Lösung", sagte Richard Redlingshöfer (CSU) und forderte seine Kollegen im Gemeinderat dazu auf, genau abzuwägen.

So sei unbedingt zu klären, ob dieses Mammutprojekt sinnvoll sei oder ob es eine andere Lösung für das Problem geben könnte. Bei Gesamtkosten von voraussichtlich 31 Millionen Euro, von denen Veitsbronn abzüglich möglicher Zuschüsse immer noch rund 17 Millionen selbst zahlen müsste, wäre der Haushalt mindestens ein Jahrzehnt lang massiv belastet.

Verödet der Innenort?

Stefan Landauer (CSU) warnte davor, den Verkehr an Veitsbronn vorbeizuleiten, da diese Maßnahme den Geschäften im Innern die Existenzgrundlage entziehen würde. "Wir würden den gleichen Fehler machen wie Langenzenn und Ammerndorf. Sie haben es geschafft, ihren Innenort zu töten."

Dem schloss sich Diana Bittner (WBH) an. Sie kritisierte zudem, dass die Umgehung "eine starke Zumutung" für die Bürger in Kagenhof wäre. Außerdem würde ein Meter der Straße rund 9000 Euro kosten. Das seien ähnlich hohe Kosten, wie sie für den Bau der Trump-Mauer errechnet worden seien. Sie plädierte schließlich dafür, über andere mögliche Maßnahmen zur Lösung des Verkehrsproblems nachzudenken. Traugott Goßler (SPD) wies in diesem Zusammenhang noch auf einen ganz anderen Aspekt hin: "Wie wollen wir die Gemeinde im innerörtlichen Bereich weiterentwickeln?", fragte er in die Runde und betonte, dass man darüber in all den Jahren nicht ausreichend nachgedacht habe. Trotzdem sei beides eng miteinander verbunden und hätte längst parallel gedacht werden müssen. Stattdessen herrsche Stagnation.

Thomas Schwarz (SPD) rief noch einmal ausdrücklich in Erinnerung, wie gefährlich die derzeitige Verkehrssituation sei. Er wohnt an der Hauptstraße und hat Probleme, mit dem Auto überhaupt noch aus seiner Ausfahrt herauszukommen. Außerdem sei es extrem riskant, auf dem Gehweg zu laufen, der sich an der Seukendorfer Straße entlang ziehe.

Dass es bislang keine Alternativen zum Bau der Umgehungsstraße gebe, stellte Peter Lerch (SPD) fest. "Und gar nichts zu machen, ist ganz sicher keine Option", sagte er und forderte seine Kollegen dazu auf, Vorschläge für andere Lösungsansätze zu liefern.

Dass es zur Umgehung kaum eine Alternative gebe, erklärte auch der Planer Jürgen Wagner vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Roßtal. Er wies auf den Durchgangsverkehr hin, der mit bis zu 58 Prozent den größten Anteil ausmache. "Der Verkehr ist einfach da, die Leute wollen von A nach B. Und wenn es keine Umgehung gibt, fahren sie mitten durch." Außerdem werde der Verkehr stetig mehr werden, hieß es. Wagner prognostizierte einen Zuwachs von 8,4 Prozent in den nächsten zwölf Jahren.

"Gigantische Naturzerstörung"

Den aus seiner Sicht nicht allzu guten Kosten-Nutzen-Effekt der Umgehungsstraße kritisierte Wolf-Dieter Hauck (WBH). Außerdem mache ihm "die gigantische Naturzerstörung" zu schaffen. Trotz Schaffung von Ausgleichsflächen. "Damit sind wir wieder bei der gleichen ideologischen Diskussion wie vor Jahren", konterte Goßler (SPD) daraufhin.

Bürgermeister Marco Kistner (CSU) forderte letztlich dazu auf, das Für und Wider einer möglichen Umgehung noch einmal wirken zu lassen und innerhalb der einzelnen Fraktionen zu diskutieren. Geklärt werden müsse zudem, ob ausschließlich der Gemeinderat über den Bau entscheide oder man dies über einen Bürgerentscheid klären lassen wolle. 

Nina Daebel

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