Samstag, 22.02.2020

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"Voi"-E-Scooter stehen nun auch in der Fürther Innenstadt

Zwei Anbieter wollen den Verleih starten - "Tier" setzt auf Wechsel-Akkus - 24.01.2020 15:21 Uhr

Fußwege und Grünanlagen sind tabu: Elektroroller dürfen auch in Fürth nur auf Radwegen und Straßen rollen. © Eric Lalmand/dpa


Der außergewöhnlich milde Winter macht’s möglich. Weil Schnee und Eis die Fahrt nicht behindern, sollen in wenigen Tagen schon die ersten Miet-Elektroroller im Fürther Zentrum postiert werden. Den Nutzern stehen dann Fahrzeuge der Verleihsysteme "Voi" und "Tier" zur Auswahl.

Dabei startet der schwedische E-Scooteranbieter Voi am Montag, den 27. Januar, erstmals den Betrieb in Fürth - mit 60 E-Scootern. Einen Tag später bringt Tier rund 200 E-Scooter auf die Fürther Straßen.

Das Servicegebiet von Voi erstreckt sich zunächst von der U-Bahnstation Stadtgrenze bis zur U-Bahnstation Stadthalle und im Süden bis zur Fronmüllerstraße. Das Gebiet von Tier ist deutlich größer, es umfasst neben der Süd,- Ost- und Innenstadt auch die Hardhöhe, einen Teil von Unterfarrnbach und vom Eigenen Heim. Mit dem Rathaus vereinbart ist, dass die Zahl der im Innenstadtbereich platzierten E-Scooter vorerst auf je 60 beschränkt wird.

Verkehrssicherheit soll Priorität haben

Auf Wunsch der kommunalen Verkehrsplanung werden die kleinen Flitzer schwerpunktmäßig an ÖPNV-Haltestellen und den neu eingeführten Mobilpunkten postiert, weil hier mit der stärksten Nachfrage gerechnet wird. Im anfänglichen Testbetrieb sollen dann Optimierungsmöglichkeiten gesucht werden.

Ausleihen kann man sich die E-Scooter alle vor Ort per App nach einmaliger Registrierung. Die Gebühr richtet sich nach der Nutzungsdauer. Abgestellt werden dürfen sie auf öffentlichem Grund innerhalb des jeweiligen Nutzungsgebiets - bestimmte Zonen jedoch sind Tabu.

In diesen Zonen sowie außerhalb des Servicegebiets läuft die Uhr des Gebührenzählers weiter. In einer Selbstverpflichtung haben sich beide Anbieter bereiterklärt, das Chaos zu vermeiden, das andernorts mit wildem Abstellen und Vandalismus gesammelt wurde. Die Verkehrssicherheit des öffentlichen Raums soll Priorität haben, es soll ein vertrauensvoller und transparenter Erfahrungsaustausch gepflegt werden, heißt es.

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Seit dem 15. Juni 2019 dürfen Elektro-Tretroller auf den deutschen Straßen flächendeckend fahren und werden unter anderem in München rege genutzt. Folgende Regeln gelten dabei laut Polizei München und dem Bundesverkehrsministerium für die Fahrer.


Einmal im Monat müssen die Betreiber der Stadt Daten über Zahl der Nutzer, Vermietungen pro Tag, durchschnittliche Fahrdauer, Laufleistung, Unfälle und Vandalismusschäden zur Auswertung melden.

Die Anbieter haben zugesagt, falsch abgestellte Fahrzeuge innerhalb von sechs Stunden nach dem Hinweis darauf abzuholen. Maximal fünf Roller dürfen pro Standort platziert werden. Auch sei darauf zu achten, dass Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Passanten mit Kinderwagen sowie Rettungswege nicht behindert werden. Untersagt ist das Befahren von Gehwegen, Fußgängerzonen und Grünanlagen außerhalb ausgewiesener Radwege.


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Juristische Druckmittel hat die Kommune nach Angaben von Stadtplanungsamtschef Dietmar Most allerdings nicht, um das Einhalten der Verpflichtungen zu erzwingen. Man sei auf gutes Einvernehmen angewiesen.

Zweifel daran, ob die Zahl der genehmigten Fahrzeuge kontrolliert wird und ob die Daten übermittelt werden wie vereinbart, konterte Baureferentin Christine Lippert kürzlich im städtischen Bauausschuss mit dem Hinweis, man müsse ja nur die Belegschaft ihrer unterbesetzten Behörde aufstocken. Sie setzt darauf, dass Unstimmigkeiten während der Erprobungsphase ausgeräumt werden können.

Nur die Fahrzeuge von Tier verfügen über ökologisch sinnvolle Wechselakkus. Zum Aufladen müssen diese Roller über Nacht nicht von Lieferautos eingesammelt werden. Nach den Worten von Dietmar Most hat die Stadt keine Handhabe, die Verwendung der Wechselakkus vorzuschreiben, was aus den Reihen der Grünen angeregt worden war.

Auf die Frage, wie man verhindern wolle, dass Leihroller behindernd abgestellt werden, antwortete die Baureferentin: "Es wird spannend." Oberbürgermeister Thomas Jung teilt die Skepsis, versichert aber: "Wir werden keinen Wildwuchs zulassen und bei Verstößen mit aller Härte durchgreifen."


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Der Artikel wurde am 28. Januar ergänzt und aktualisiert. Die genaueren Informationen zum Angebot und Servicegebiet von Tier fehlten in der ersten Version.

 

Volker Dittmar

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