Montag, 20.01.2020

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Volksbücherei bezieht Glasdachgeschoss der Neuen Mitte

Fürth: Ein Traumausblick nicht nur für Bücherwürmer - 01.06.2015 17:02 Uhr

Schöne Aussichten: Blick vom vierten Stock der Neuen Mitte. © Ralf Rödel


Oberbürgermeister Thomas Jung und Bürgermeister Markus Braun haben am Montag Details der überraschenden Entscheidung bekanntgegeben. Überraschend deshalb, weil Bauherr MIB dort eigentlich einen reinen Gastronomiebetrieb unterbringen wollte. Allerdings fand sich kein Wirt, der das unternehmerische Risiko eingehen wollte. Springt die Stadt dem Investor nun mit der Bücherei lediglich zur Seite, um einen drohenden Leerstand zu vermeiden?

„Das ist garantiert nicht der Fall“, sagt Markus Braun. „MIB hätte dieses Stockwerk zu ganz anderen Konditionen veredeln können.“ Ein Steuerberater, eine Anwaltskanzlei – irgendjemand hätte sich schon gefunden für diesen „ganz besonderen Ort“, wie ihn Thomas Jung nennt. In einem solchen Fall aber, sagt der Rathauschef, wäre er für die Öffentlichkeit verloren gewesen.

Das Konzept mit der Volksbücherei sieht hingegen einen „offenen Ort“ vor. Jeder könne dort hinauf – ohne Eintritt zu bezahlen, ohne ein Buch ausleihen zu müssen, sondern einfach, um den Ausblick zu genießen und sich vielleicht einen Espresso zu gönnen. Für die Dachterrasse ist ein „Lesegarten“ vorgesehen. Regelmäßig sollen kulturelle Veranstaltungen Publikum anlocken. Das kleine Café wird von der Brauerei Tucher gepachtet, die wiederum für den Betrieb einen Unterpächter suchen will.

All das lässt sich die Stadt etwas kosten. Die Ausstattung werde mit rund 250.000 Euro zu Buche schlagen, schätzt Braun. Hinzu kommen monatliche Ausgaben für die Miete. „MIB kommt uns sehr entgegen“, beteuert Thomas Jung, Details gibt er noch nicht preis, aber die Miete liege deutlich unter dem Marktwert.

Volksbücherei-Leiterin Christina Röschlein freut sich auf diese Chance in prominenter Lage. „Der Wohlfühlfaktor ist ganz wichtig für eine Bibliothek“, sagt sie. Büchereien seien längst keine verstaubten Orte der Stille mehr, sondern Treffpunkte. Mit dem Bezug der neuen Zweigstelle im September wird nach ihren Worten die wenig anheimelnde und kaum genutzte Zweigstelle am Tannenplatz geschlossen. In der Sitzung am 24. Juni muss noch der Stadtrat über das Projekt entscheiden.

JOHANNES ALLES

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