11°

Montag, 21.10.2019

|

Von Bürgermeistern und Flohkammern

1000 Jahre auf 79 Seiten: Alexander Mayer hat gestern sein neues Buch vorgestellt - 20.10.2007

«Unterhaltsam und amüsant», verspricht der Buchdeckel. Alexander Mayer und sein Werk mit Anekdoten aus der Stadtgeschichte. © Hans Winckler


«Büchlein», sagt Alexander Mayer immer wieder, wenn er von seinem Werk spricht. Büchlein. Nicht Buch. Wahrscheinlich liegt es daran, dass «Die Bürgermeister in der Flohkammer» nicht mehr als 79 Seiten stark ist.

Mayer schrieb die «Geschichten und Anekdoten aus dem alten Fürth», so der Untertitel, zwischen Januar und Mai dieses Jahres. Bei der gestrigen Präsentation im Foyer des Stadttheaters erzählte er, das alles mit einem Anruf aus Hessen begann. Der Wartberg-Verlag hatte im Januar bei ihm angefragt, ob er zum Jubiläumsjahr noch ein «Anekdotenbuch» über Fürth schreiben könne. Sechs Tage später hatte Mayer den Vertrag unterschrieben. Die Abgabefrist konnte er von Ende März bis Ende Mai verlängern.

In dieser Zeit brachte er 16 Kapitel aus mehr als tausend Jahren Stadtgeschichte zu Papier. «Sauber recherchiert», wie Mayer versichert. Die Schwerpunkte legte er nach eigenen Worten unter anderem auf den mittelalterlichen Ursprung Fürths, Kaiser Heinrich II., den Dreißigjährigen Krieg und das Wirtschaftswunder.

Keine Konkurrenz

Als Konkurrenz für die stadtgeschichtlichen Werke von Bernd Windsheimer (erschienen im März) und Barbara Ohm (in Bälde) will Mayer sein «Büchlein» nicht verstanden wissen. «Da steckt eine ganz andere Konzeption dahinter», sagt er. Fehler, beugt der Stadtheimatpfleger jetzt schon vor, finden sich leider dennoch. So habe die Lektorin bei einer Korrektur ein mittelalterliches Ereignis aus Versehen von 1009 ins Jahr 1909 verlegt. Aber, so Mayer: «Es gibt kein Buch über Fürth, in dem ich nicht auch schon Fehler gefunden hätte.»

Und was hat es mit den Bürgermeistern in der Flohkammer auf sich? Der Buchtitel geht auf ein Ereignis aus dem Jahr 1578 zurück. Damals ließ der Bamberger Domprobst die Fürther Bürgermeister in einen Hinterhalt locken. Dann sperrte er sie in der Bamberger Kesslergasse in ein Lochgefängnis, die so genannte Flohkammer. Es habe Wochen gedauert, bis die Fürther wieder auf freien Fuß kamen. JOHANNES ALLES

Alexander Mayer, «Die Bürgermeister in der Flohkammer und andere Geschichten und Anekdoten aus dem alten Fürth», Wartberg-Verlag, 79 Seiten, 11 Euro.

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Fürth