Corona-Regeln

Von Schneekönigin bis Silvesterball: In der Fürther Kultur hagelt es Ausfälle

Matthias Boll
Matthias Boll

Lokalredaktion Fürth

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23.11.2021, 16:00 Uhr
Das war’s: Pietro Lombardi hat seine Tour und damit auch den Fürther Auftritt am 12. Dezember abgeblasen.

Das war’s: Pietro Lombardi hat seine Tour und damit auch den Fürther Auftritt am 12. Dezember abgeblasen.

2G-Plus, Maskenpflicht und maximal 25 Prozent Platzauslastung macht der Freistaat zum Kernbestand des neuen Corona-Regelwerks für die Kultur. Nun hat auch das Stadttheater entschieden: Der Spielbetrieb ruht bis 15. Dezember.

Das Haus nehme damit seine "Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahr", heißt es. Wer Karten für die Vorstellungen bis 15. Dezember hat, kann sie dort abgeben, wo er sie gekauft hat.

Betroffen vom erneuten Stadttheater-Stillstand sind Aufführungen der "Schneekönigin", Premiere wäre am Sonntag gewesen, ferner die Gastspiele der Festivals Strings Luzern, der Bamberger Symphoniker, der Jungen Fürther Streichhölzer und des Crossover-Quartetts Quadro Nuevo. Ebenso fallen der Theaterabende "Kein Spiel" , "Eine Weihnachtsgeschichte" und die Show "Motown goes Christmas" aus.

Zwei Premieren im Kulturforum

Zwei Premieren finden allerdings statt, nämlich die deutlich kleiner dimensionierten Stadttheater-Produktionen im Kulturforum (Würzburger Straße 2). Die Premiere des Ein-Frau-Solos "Niemand wartet auf dich" an diesem Donnerstag wird im kleinen Kufo-Saal vor rund 30 Zuschauern über die Bühne gehen, ebenso wie, ab 10. Dezember, George Taboris Farce "Mein Kampf" vor maximal 80 Zuschauern in der großen Halle.

Bemerkenswert ist das insofern, als das Kulturamt, unter dessen Fittichen das Kulturforum firmiert, seinerseits am Dienstag beschloss, alle Veranstaltungen bis Jahresende abzusagen – also auch im Kufo, mit Ausnahme der Stadttheater-Belegungen. In der Stadthalle fällt bis Jahresende alles aus, Pietro-Lombardi-Konzert (12. Dezember) und Silvesterball inklusive.

Auch die Volkshochschule zieht Konsequenzen aus dem neuen Regelwerk, die für diesen Donnerstag vorgesehene Lesung mit Schriftsteller Dmitrij Kapitelman ("Eine Formalie in Kiew") wurde verschoben auf den 28. April. Die am 12. November gestarteten 58. Fürther Kirchenmusiktage hingegen machen, Stand Dienstag, weiter. Noch fünf Konzerte stehen beim ältesten Kulturfestival der Kleeblattstadt auf dem Programm – an diesem Freitag um 19.30 Uhr kommt in St. Michael "Die Billy Joel Story" zu Gehör. Steffen Radlmaier, ehemaliger Feuilleton-Chef der Nürnberger Nachrichten, liest aus seinem Buch "Billy and The Joels" , das die zahlreichen fränkischen, jüdischen Wurzeln der Familie des weltbekannten Popmusikers beleuchtet. Mit Musik von Billy Joel wartet ein Septett um Pop- und Soulsänger Stefan Angele auf. Warum die Kirchenmusiktage nicht ihren Konzertreigen abblasen, erklärt Ingeborg Schilffarth vom Leitungsteam: Das Buchungssystem Pretix sei "bei uns schon lange auf 20 Prozent Auslastung programmiert", Restkarten gibt es an der Abendkasse.

Die Segel gestrichen haben unterdessen die Comödie Fürth, sie stellt ab Mittwoch den Spielbetrieb bis 15. Dezember ein, sowie die Kofferfabrik, die ab Donnerstag bis 23. Dezember alle Konzerte streicht. Dessen ungeachtet, läuft am Comödienplatz und in der Langen Straße der gastronomische Betrieb weiter.