Dienstag, 24.11.2020

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Vor der Preisverleihung herrscht Hochspannung

Fairtrade-Marktgemeinde Roßtal freut sich über die Anerkennung seiner vielen Aktivitäten: 22 Projekte gemeldet - 09.09.2017 13:00 Uhr

Das passende Logo hat die Marktgemeinde Roßtal schon: Barbara Schroeder zeigt, was bald auch an den Ortseingängen zu sehen ist.

07.09.2017 © Foto: Scherer


Träumen Sie schon von neuen Ortsschildern mit der Aufschrift Roßtal — die Hauptstadt des Fairen Handels?

Barbara Schroeder: Nein, das nicht. Der Titel wird nur an drei Kommunen vergeben, die ihn zwei Jahre lang tragen dürfen. Er ist der Hauptgewinn. Etwa zehn andere erhalten ein schönes Preisgeld. Aber wir bekommen tatsächlich ein neues Schild an den Ortseingängen.

 

Was steht darauf, wenn nicht Hauptstadt des Fairen Handels?

Schroeder: Wir sind seit fünf Jahren Fairtrade-Town. Das soll auf dem Schild, auf dem zugleich auf die Partnerkommunen hingewiesen wird, vermerkt werden.

 

Zurück zu Ihrer erfolgreichen Bewerbung. Was mussten die Roßtaler dafür tun?

Schroeder: Wir haben uns schon 2013 und 2015 dafür beworben, aber damals noch nicht herausgestellt, was die Marktgemeinde alles für den Fairtrade-Gedanken tut. Dieses Mal hat mir beim Erstellen der Unterlagen für den Wettbewerb Michaela Morhard aus dem Rathaus geholfen, und zusammen haben wir 22 Projekte entdeckt, die wir dann gemeldet haben. Insgesamt haben sich 100 Kommunen mit 900 Projekten beworben. Da ist es schon toll, ausgewählt zu werden.

 

22 Projekte — so aktiv ist Roßtal?

Schroeder: Ja, ich habe selbst gestaunt über die Vielzahl und Vielfältigkeit: Die Bauhofmitarbeiter tragen schon seit vielen Jahren Kleidung, die aus dem fairen Handel kommt. Wenn der Bürgermeister Geschenkkörbe verteilt, dann sind sie mit Waren aus unserem Weltladen gefüllt. Wir bieten ein faires Frühstück immer im Mai im Rathaus an, sind auf Messen wie der Consumenta am Stand des Landkreises oder dem Martinimarkt vertreten. Wir organisieren Lernwerkstätten in unseren Schulen.

 

Was sind die nächsten Aktionen?

Schroeder: Das ist unsere Faire Woche vom 14. bis 25. September. Sie veranstalten wir schon seit fünf Jahren. Dazu gehört eine Ausstellung im Rathaus. In diesem Jahr lautet der Titel "auf und davon", es geht um Flucht und Migration. Höhepunkt ist heuer der Auftritt der Flowers of India.

 

Wer ist diese Gruppe?

Schroeder: Es sind junge Frauen aus Delhi, die für Farcap, den Laden für faire Kleidung in Fürth, nähen. Sie berichten von ihrem Leben in Indien und sind derzeit auf Europatour. Am 18. September um 19 Uhr zeigen die Flowers of India Tänze aus ihrer Heimat im evangelischen Gemeindehaus. Am Tag danach laden wir die Mädchen zum Kochen ein. Wir besorgen die Zutaten und bereiten gemeinsam ein indisches Mittagessen zu. Alle Roßtaler sind herzlich willkommen.

 

Vorher freuen Sie sich aber noch auf die Preisverleihung. Wer fährt mit Ihnen nach Saarbrücken?

Schroeder: Zu dem Festakt kommen mit unsere zweite Bürgermeisterin Renate Krach, Michaela Morhard von der Gemeindeverwaltung, Andrea Prosch sowie Fritz Wagner von der Steuerungsgruppe und Werner Bauer vom Weltladen.

 

Wieso findet die Verleihung in Saarbrücken statt?

Schroeder: Saarbrücken war 2017 einer der drei Hauptpreisträger und richtet deshalb in diesem Jahr den Festakt aus. Es wird nicht nur sehr spannend für uns, sondern sicher auch ein sehr interessanter Meinungsaustausch.

 

Hat sich außer Roßtal schon eine andere Gemeinde aus dem Landkreis für den Preis beworben?

Schroeder: Ja, Langenzenn. Sie gewannen 2016 den bayerischen EineWeltPreis, aber noch nicht bei diesem Wettbewerb.

 

Und Sie haben wirklich keine Ahnung, wie viel Geld es geben könnte?

Schroeder: Nein, überhaupt nicht. Aber mit dem Gewinn, lassen wir uns bestimmt was Tolles einfallen. Mir würde es gefallen, so ein Projekt wie in Neumarkt zu realisieren. Die dortige Steuerungsgruppe hat mit der Siegprämie ein italienisches Dreirad, von Piaggio, gekauft und zur Kaffeebar umgebaut. Sie sind jetzt mobil und können auf allen Festen fairen Kaffee anbieten. Aber es gibt bestimmt noch viele andere Ideen.

Interview: BEATE DIETZ

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