Gastronomie

Vorbildliches Essen-to-go: Mehrweg mit finanziellem Anreiz

28.11.2021, 21:00 Uhr
Durchaus ein Hingucker: Das in Zirndorf vorgestellte Mehrweggeschirr überzeugt auch optisch. Ein relativ hohes Pfand soll dafür sorgen, dass Teller und Besteck wieder zurückkommen.

Durchaus ein Hingucker: Das in Zirndorf vorgestellte Mehrweggeschirr überzeugt auch optisch. Ein relativ hohes Pfand soll dafür sorgen, dass Teller und Besteck wieder zurückkommen. © Foto: Armin Leberzammer

"Wir werben, damit Mehrweg eine Selbstverständlichkeit wird", sagt Ines Spitzer. Die CSU-Stadträtin ist seit einem Jahr ehrenamtliche Wirtschaftsreferentin der Stadt. Um die nicht erst seit der Pandemie wachsenden Mengen an Einweggeschirr zu reduzieren, hatte sie sich mit einigen Gastronomen in einer Projektgruppe zusammengetan.

"Wir haben dann vor einem halben Jahr über 50 Zirndorfer Betriebe kontaktiert, um ein gemeinsames Mehrwegkonzept zu schaffen", berichtet sie. Leider sei das Interesse am Ende des zweiten Lockdowns eher gering gewesen. Die Gastronomen mussten erst einmal ihre Lokale wieder zum Laufen bringen und hatten andere Prioritäten, mutmaßt Spitzer.

Verschiedene Anbieter im Test

Gemeinsam mit Lisa Koch vom Café Eders sowie unterstützt von Sparkasse und Landratsamt will sie ihr Anliegen nun neu anschieben und im gesamten Landkreis Wirte zum Mitmachen gewinnen. Im Eders können die Gäste seit kurzem im Mitnahmegeschäft Speisen und Getränke in wiederverwendbaren Verpackungen abholen. Zusammen mit ihrem Team habe sie eine Reihe von verschiedenen Anbietern getestet und sich jetzt für Geschirr von reCircle Deutschland entschieden – dem laut eigenen Angaben "größten Mehrweg-Netzwerk für Essen to go in Europa".

Dass für die Becher mit fünf Euro, für die Teller und Becher mit sogar zehn Euro ein doch recht hohes Pfand geleistet werden muss, ist dabei volle Absicht. "Das Geschirr ist optisch und haptisch ansprechend und natürlich lebensmittelecht", urteilt Koch.

Würde weniger Gebühr verlangt, würden wohl zu viele Teile in den Privathaushalten bleiben statt im Umlauf, befürchtet sie. Alternativ werde es zudem im nächsten Jahr die Möglichkeit geben, über eine App eine Art Sicherheit zu leisten. "Dann zahlt man das Pfand wirklich nur, wenn man das Geschirr nicht mehr zurückbringt."

Sparkassenvorstand Adolf Dodenhöft lobt die Initiative als "gelebte Nachhaltigkeit". Seine Bank mache sich stark "für einen schonenden Umgang mit der Umwelt und eine sparsame Nutzung der Ressourcen" und stellt deshalb insgesamt 15 000 Euro über ein Förderprogramm für Mehrwegkonzepte zur Verfügung.

Gastronomen können darüber jeweils bis zu 300 Euro Zuschuss für Anschaffungskosten von wiederverwendbaren Behältern oder für Gebühren an Mehrwegsystemen beantragen. Der im Eders verwendete Anbieter sei dabei nur einer in einem wachsenden Markt. Den teilnehmenden Lokalen stehe es frei, für welches System sie das Geld einsetzen.

Beantragt werden kann der Zuschuss über die Wirtschaftsförderung des Landratsamtes (www.landkreis-fuerth.de/gewerbe-im-landkreis/fairtrade.html). "Wir unterstützen das Projekt, weil Einwegverpackungen die Abfallmengen steigern und alles andere als nachhaltig sind", erklärt Landrat Matthias Dießl.

Außerdem schreibe das novellierte Verpackungsgesetz vor, dass gastronomische Betriebe ab 2023 Mehrwegverpackungen anbieten müssen. "So lange sollten wir nicht warten und mit dem Förderprogramm haben Betriebe jetzt schon die Möglichkeit, hier erste Erfahrungen zu sammeln", so Dießl.

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