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Vorwurf: Betrug im Internet

Ein Quartett aus dem Großraum muss vor Gericht - 15.03.2011 09:00 Uhr

Verbraucherschützer warnen vor Betrügern im Internet. Ein Quartett aus dem Großraum muss sich demnächst vor Gericht verantworten. © Daut


Nach langwierigen Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft überzeugt davon, dass das Quartett mit unlauteren Machenschaften an das Geld von Menschen wie dem Fürther Bruno Riedl kommen wollte. Riedl hatte sich im April 2010 an die FN gewandt, weil er eine Zahlungsaufforderung sowie mehrere Mahnungen eines Unternehmens erhalten hatte.

Demnach sollte er als angeblicher Neukunde einer Webseite über 80 Euro bezahlen. Das Geschäftsmodell, das hinter der Seite steckt: Die Firma nimmt im Namen ihrer Kunden an „ausgewählten Gewinnspielen“ im Internet teil. Die Kunden zahlen jährlich 83,88 Euro, dafür müssten sie nichts tun, haben aber „super Gewinnchancen“, heißt es noch heute auf der Webseite.

Seltsamerweise hatten sich aber Bruno Riedl und viele der anderen, die Anzeige erstatteten, nie auf der Homepage eingetragen, um an den Gewinnspielen teilzunehmen. Trotzdem sollten sie zahlen. Einige wenige haben es – möglicherweise eingeschüchtert von den Mahnungen – sogar getan. Im Oktober erhob die Staatsanwaltschaft Anklage beim Landgericht Nürnberg-Fürth. In den kommenden Wochen soll es zur Verhandlung kommen.

Das verdächtigte Quartett arbeitete offenbar zusammen, allerdings werden sie nicht gleichermaßen angeklagt. Dem Geschäftsführer einer Firma mit Sitz in Fürth wirft die Staatsanwaltschaft Betrug in vier Fällen und versuchten Betrug in 1344 Fällen vor. Ein zweiter Mann, dessen Firma in einem Gewerbegebiet im Landkreis sitzt, muss sich für Betrug in drei und versuchten Betrug in 1007 Fällen verantworten. Der dritte im Bunde wird wegen Betrugs in einem und versuchten Betrugs in 290 Fällen und Nummer vier wegen versuchten Betrugs in 47 Fällen belangt.

Bruno Riedl hatte nicht gezahlt, irgendwann erhielt er auch keine Mahnungen mehr. „Das ist ja klar, dass die sich nicht trauen, das Geld vor Gericht einzufordern“, sagt er. Vor dem Richter wird das Quartett bald trotzdem sitzen – allerdings auf der Anklagebank.

 

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