Waldbesitzer zahlen bei der Ernte drauf

27.12.2019, 21:00 Uhr
Die Stämme stapeln sich in hohen Mieten an Waldwegen. An diesem Bild wird sich bis auf Weiteres nichts ändern. Trockenheit und Borkenkäfer haben den Wald nachhaltig geschädigt. Viel Schadholz muss noch aufgearbeitet werden.

Die Stämme stapeln sich in hohen Mieten an Waldwegen. An diesem Bild wird sich bis auf Weiteres nichts ändern. Trockenheit und Borkenkäfer haben den Wald nachhaltig geschädigt. Viel Schadholz muss noch aufgearbeitet werden. © Foto: Fritz Arnold

Trockenheit, Hitze, Pilzbefall, Borkenkäfer, Prachtkäfer und dazu ein zusammengebrochener Holzmarkt: Die Prognose der Fachleute, 2019 könne es noch schlimmer kommen als im Vorjahr, hat sich bestätigt. "Auch wenn wir bei der Durchforstung noch Geld drauflegen, müssen wir wieder aufforsten", sagte auf der Jahresversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Ansbach-Fürth deren Vorsitzender Herbert Hechtel.

Ratschläge dazu gab es von Professor Dr. Manfred Schölch. Der Wissenschaftler aus Freising mahnte angesichts des Klimawandels, nicht zu euphorisch auf fremdländische Baumarten zu setzen. Zuerst sollte an eine Verschiebung heimischer Baumarten innerhalb Bayerns gedacht werden. Die bisher seltenen Arten wie Ahorn, Robinie und Baumhasel sollten dabei gestärkt werden.

Grundsätzlich empfahl Schölch laubbaumreiche Mischbestände im Verhältnis von 50 zu 50. Bei den Nadelbäumen favorisiert er Tanne, Douglasie und Schwarzkiefer. Die Lärche bezeichnete er als ähnlich empfindlich bei Trockenheit wie die Fichte.

Der Redner riet dazu, die Bestände nicht zu dicht zu stellen, weil dünne Bestände schneller wachsen, und niemals nur auf eine Baumart zu setzen. Außerdem sollte nicht generell, sondern jeweils in kleinen Gruppen gemischt werden. Zudem hofft er auf die Mithilfe der Jäger, sodass eine Naturverjüngung ohne Zaun möglich wird.

Auch Peter Pröbstle vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth ermunterte die Waldbauern, trotz der schlimmen Lage den Kopf nicht in den Sand zu stecken und die Bandbreite heimischer Baumarten mit Hilfe staatlicher Förderung zu nutzen. Schließlich wünschte er sich ein verregnetes Jahr 2020 und angesichts von 22 tödlichen Unfällen, die sich 2019 in deutschen Wäldern ereigneten, ein möglichst unfallfreies Arbeiten.

Geschäftsführer Alexander Rössler sprach von "harten Zeiten" für die Holzernte, bei der Waldbesitzer oft noch draufzahlten. Größte Probleme bestehen derzeit bei der Restholz-Vermarktung. Zudem habe der volle Holzmarkt zu langen Abfuhr- und Abwicklungszeiten geführt.

Wegen der vielen Dürre- und Borkenkäferschäden stieg der Holzverkauf noch einmal von 68.404 Festmeter auf 78.343 Festmeter an. Bei der Zahl der Mitglieder hat die FBG die Grenze von 4500 überschritten.

Landwirte in Misskredit

Bedauern äußerte Vorsitzender Hechtel, "dass die Arbeit der Land- und Forstwirte derzeit so madig gemacht wird". Dabei seien es doch die Wälder und Feldbestände, die Sauerstoff liefern und Kohlendioxid binden. Dies griffen in Grußworten auch der Ansbacher Landrat Jürgen Ludwig und der CSU-Landtagsabgeordnete Walter Nussel auf. Nussel kritisierte, dass die Leistungsträger in der Gesellschaft in eine negative Ecke gedrängt werden und die Kontrollen stetig zunehmen, so dass immer weniger junge Leute bereit seien, Betriebe zu übernehmen. "Unsere schützenswerte Landschaft ist entstanden, als noch nicht kontrolliert wurde", sagte der Abgeordnete.

Bei den fälligen Wahlen wurde Vorsitzender Herbert Hechtel im Amt bestätigt ebenso wie seine Stellvertreter Hans Binder (Hürbel), Thomas Härpfer (Leutershausen) und Peter Ziegler (Deberndorf). Für Roland Kasper aus Veitsbronn, der aus Altersgründen ausschied, wurde Hermann Höfler (Puschendorf) zu einem stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Weiter gehören dem Vorstand Friedrich Bauer (Ballmannshof, Kassier), Werner Schiefer (Göddeldorf, Schriftführer), Bernd Käser (Anfelden), Markus Rupprecht (Herrieden), Gernot Vogelhuber (Bürglein) und Werner Stiegler (Erlachskirchen) an.

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