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Dienstag, 23.04.2019

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Webcam: Fürth will sich wieder online zeigen

Momentan sind noch alle Kameras abgeschaltet, das soll sich aber ändern - 11.01.2019 06:00 Uhr

Während des Abbruchs des Modehauses Fiedler und des Park-Hotels 2013 zeigte eine Kamera den Fortschritt auf dem Weg zur Neuen Mitte. Die Webcam ist längst abgeschaltet, ebenso wie alle anderen in der Stadt. © Foto: Thomas Scherer


Vor einigen Jahren noch konnte man auf dem Laptop bequem von zu Hause aus beobachten, was sich in der Fußgängerzone abspielte, man konnte vom ehemaligen Park-Hotel aus die Freiheit überblicken oder die Aussicht vom Sparkassenhochhaus genießen. Auch während der Sanierung der Schwabacher Straße 2006, des Abbruchs auf dem Fiedler-Areal und des Baus der Neuen Mitte 2013 zeigten Kameras den Baufortschritt. Inzwischen sind alle abgeschaltet. Noch.

"Eine Webcam ist Teil unseres touristischen Masterplans", sagt Kathrin Reichel, stellvertretende Leiterin der Fürther Tourist-Info, auf FN-Anfrage. Wie berichtet, will die Stadt sich besser präsentieren. Geplant ist unter anderem ein neuer Auftritt im Internet sowie in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram. Einheitliche Schilder in der Stadt sollen zu den Sehenswürdigkeiten lotsen und ein 3-D-Stadtplan soll Sehbehinderten bei der Orientierung helfen. An Ideen, Fürth für Auswärtige attraktiver zu machen, fehlt es nicht. Ausgebremst wird die Tourist-Info jedoch momentan von Personalmangel. Sobald man wieder besser aufgestellt ist, sollen die Pläne umgesetzt werden.

Blick in unbekannte Städte

Eine Webcam, die Internetnutzern einen ersten Eindruck der Kleeblattstadt vermittelt, steht oben auf der Wunschliste der Tourist-Info. "Wir hätten gerne wieder eine", sagt Reichel, die solche Kameras selbst immer wieder nutzt, wenn sie in ihr unbekannte Städte fährt. Sie beobachtet, dass die Technik immer noch gefragt und auf Messen auch ein Thema ist. Allerdings weiß sie auch, dass es vor der Installation — ein Ort dafür ist noch nicht festgelegt — in Sachen Datenschutz einiges zu klären gibt. Außerdem würde sie sich den Austausch mit anderen Kommunen über deren Erfahrungen wünschen.

Richard Lippmann beispielsweise könnte einiges erzählen. Der Leiter der IT-Abteilung des Zirndorfer Rathauses betreut seit 2005 die mittlerweile vier Webcams, die es in der Bibertstadt gibt. Eine hat im Sommer das Freibad bzw. im Winter die Eisbahn im Visier, eine den Marktplatz und zwei sind auf dem Turm von St. Rochus angebracht, von wo aus sie Rundblicke ins Umland liefern. Wie viele Menschen die Aufnahmen nutzen, weiß Lippmann nicht; er erhebt keine Zahlen. Was er aber weiß, ist, dass er immer schnell aufmerksam darauf gemacht wird, wenn es ein technisches Problem gibt. "Dann melden sich oft auch Amerikaner, die früher einmal mit der Army in Zirndorf waren", sagt der IT-Spezialist, der damit die Aufgabe der Webcams voll erfüllt sieht. Nämlich, dass Leute, die der Stadt einst verbunden waren, noch immer einen Blick auf sie werfen können.

Auch in Sachen Datenschutz gebe es keine Probleme, schließlich tauge eine Webcam gar nicht zur Überwachung. Die Auflösung der Bilder, so Lippmann, sei so klein gewählt, dass man darauf niemanden erkennen könne. Außerdem würden sie unmittelbar nach Erscheinen gelöscht, so dass keine Daten abrufbar sind.

Ein schwindendes Interesse an der Webcam, die jahrelang auf dem Dach ihres Hochhauses installiert war, hat dagegen die Fürther Sparkasse festgestellt. Als diese dann hätte ausgetauscht werden müssen, entschloss man sich zum Abbau. Marketing-Leiter Thomas Mück bedauert dies aber nicht. "Wer heute sehen will, wie es in einer Stadt aussieht, findet im Internet so viele tolle Panoramabilder oder nutzt Google Earth", findet er. Da gebe es inzwischen ganz andere und bessere technische Möglichkeiten als eine Webcam. 

Gwendolyn Kuhn

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