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Wechselunterricht: Oberasbacher Lehrer kritisieren Regierung

Kollegium und Schüler des Bonhoeffer-Gymnasiums haben offene Briefe an die Regierung geschickt - 01.02.2021 06:00 Uhr

Die Q 12 des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Oberasbach will im Distanzunterricht bleiben.

24.05.2020 © Stefan Puchner, dpa


Die Q 12 des Oberasbacher Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums richtete deshalb einen offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Michael Piazolo.

Auch das Kollegium des Gymnasiums hat sich inzwischen mit einem flammenden Appell an die Staatsregierung gewandt. Die Zeilen, unterzeichnet vom Personalrat, zeugen von Wut und von Unverständnis.


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In dem offenen Brief stellen die Lehrer unter anderem klar, dass sie nicht nachvollziehen können, warum sie ihre Schüler ab heute im Wechselmodell unterrichten sollen. "Gerade häufen sich die Meldungen, dass die Mutationen des Coronavirus auch in Deutschland vermehrt auftreten und dass diese bei Weitem ansteckender und auch bei Kindern ebenso verbreitet sind wie bei Jugendlichen und Erwachsenen."

Die Regierung setze die bayerischen Lehrerinnen und Lehrer somit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus, indem sie diese zu einem Präsenzunterricht mit 15 und mehr Jugendlichen oder jungen Erwachsenen verpflichte, während gleichzeitig die Politik die Wirtschaft dazu auffordere, Homeoffice anzubieten, wo es möglich ist.

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Der Distanzunterricht habe sich in den vergangenen Wochen bewährt – das betonten auch die Schüler in ihrem Brief. Die Jugendlichen befürchten Krankheitsfälle, wenn sie zurück ans Bonhoeffer-Gymnasium müssen: "Nicht nur die Schule ist ein potenzieller Hotspot, sondern auch die zusätzliche Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs birgt ein weiteres Infektionsrisiko, gerade bei den aktuell hohen Fallzahlen."


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Die Lehrer verweisen auf eine weitere Folge des Wechselunterrichts: Ihre eigenen Kinder müssten wieder in Notbetreuungen, die Zahl der Kontakte steige folglich auch außerhalb des Schulumfelds.

Sie kritisieren außerdem den höheren Zeitaufwand, den die Mischung aus Distanz- und Präsenzunterricht – eine Schülergruppe wird im Klassenzimmer unterrichtet, die andere zuhause – mit sich bringt. Eine einheitliche Vorbereitung der Kurse auf Klausuren "wird damit ebenfalls eher erschwert als gefördert". Dass sich der Distanzunterricht am Bonhoeffer-Gymnasium im Vergleich zur Situation vor einem Jahr "um Lichtjahre verbessert hat", liege allein am Engagement des Kollegiums – und nicht am Zutun der Staatsregierung.

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Herabgesetzt fühlen sich die Lehrkräfte durch die Entscheidung, die Faschingsferien ausfallen zu lassen: Ministerpräsident Markus Söder hatte argumentiert, dass diese Woche benötigt werde, damit die Schüler Unterrichtsstoff nachholen können. "Die Gleichsetzung des Distanzunterrichts mit dem Aufbau von Lücken kommt einer absoluten Entwertung unserer Arbeit in diesen Wochen gleich", schreibt das Kollegium.

Am Ende wollen Schüler und Lehrer in Oberasbach mit ihren offenen Briefen Dasselbe erreichen: dass die Schulen selbst entscheiden dürfen, welche Form des Unterrichts sie anbieten.

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