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Wegen Corona: First Responder müssen pausieren

Die Einsatzbereitschaft soll nicht durch eine Ansteckung gefährdet werden - 23.04.2020 21:00 Uhr

BRK und Freiwillige Feuerwehren haben den Einsatz ihrer "First Responder" eingestellt.

© Klaus-Dieter Schreiter


Wer daheim bleibt, kann nicht in einen Verkehrsunfall verwickelt werden. So könnte man die Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen auf die Einsatzzahlen der Rettungsdienste in einem Satz zusammenfassen. Die Freiwillige Feuerwehr Stein zum Beispiel wird um rund 75 Prozent seltener zu Hilfe gerufen. Das ist wohl auch gut so, denn aus Sicherheitsgründen haben Feuerwehren und BRK den Einsatz ihrer "First Responder" beziehungsweise "Helfer vor Ort" eingestellt.

"Unsere Einheiten haben sich auf ihre Kernaufgaben zurückgezogen", erklärt Kreisbrandrat Frank Bauer. First Responder versehen demnach auf Empfehlung des Bundesfeuerwehrarztes ihren ehrenamtlichen Dienst wegen der Corona-Pandemie aktuell nicht. "Um die Einsatzbereitschaft nicht durch eine Ansteckung zu gefährden", so Bauer.

Die First Responder sind ein zusätzliches Glied in der Rettungskette. Sie helfen, bis der Notarzt oder der Rettungsdienst eintrifft und sind mit einer Notfall-Ausrüstung ausgestattet, beispielsweise um Herz-Lungen-Wiederbelebung machen zu können – oder um schlicht den Patienten zu betreuen und zu beruhigen.

Sorge, im Notfall nicht entsprechend versorgt zu werden, müsse sich jedoch niemand machen, versichert Thomas Leipold, Kreisgeschäftsführer beim BRK. "Das System ist so konzipiert, dass der Rettungswagen reicht. Die Helfer vor Ort sind eine zusätzliche, komplett ehrenamtliche Leistung."

Für Leipold hat die vorübergehende Einschränkung allerdings zwei Seiten: "Ich verstehe zwar die Argumente, das jetzt nicht mehr zu machen. Aber die First Responder oder Helfer vor Ort sind schon eine klasse Sache." Weil sie die professionellen Retter entlasten.

"Bei extremen Notsituationen rücken wir schon aus"

Doch die sind, wie ihre ehrenamtlichen Kollegen von den Freiwilligen Feuerwehren, derzeit, wie erwähnt, sehr viel seltener im Einsatz. "Wir haben gerade etwa ein Viertel des sonst Üblichen", berichtet Dominik Datz, Leiter der FFW Stein. Es sei "allgemein sehr ruhig". Allein unter seinen Kollegen sind 33 als First Responder ausgebildet. Weitere Feuerwehren im Landkreis sind ähnlich gut aufgestellt, dazu kommen die Helfer vor Ort des BRK in Großhabersdorf, Roßtal und Cadolzburg. "Bei extremen Notsituationen, die Reanimationen erfordern, oder bei gefährlichen Arbeitsunfällen rücken wir aber schon noch aus", macht Datz deutlich. Leichtere Fälle wie Bluthochdruck oder Bauchschmerzen seien für einen Einsatz der Ehrenamtlichen aber aktuell zu gefährlich.

Zu hoch erscheint das Infektionsrisiko. In allen anderen Fällen, etwa bei Bränden oder Verkehrsunfällen, zu denen die Feuerwehren gerufen werden, kommen die Helfer laut Datz mit Maske, Schutzanzug und -brille. Übungen finden derzeit nicht statt, und die Feuerwehrler sind in getrennte Bereitschaften aufgeteilt, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Um Einsatzkräfte und das medizinisch notwendige Material zu schonen, folge man der Empfehlung, sagt Thomas Leipold vom BRK. "Wir hoffen aber, dass wir die Helfer vor Ort möglichst bald wieder aktivieren können. Bis dahin muss es eben ohne gehen."


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Armin Leberzammer

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