Wegen Corona: Fürther Friedhofs-Café verschiebt Saisonstart

5.5.2021, 10:00 Uhr
Die Organisatoren des Friedhofs-Cafés stehen schon in den Startlöchern. Jetzt müssen nur noch die Inzidenzwerte sinken und Lockerungen greifen.

Die Organisatoren des Friedhofs-Cafés stehen schon in den Startlöchern. Jetzt müssen nur noch die Inzidenzwerte sinken und Lockerungen greifen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

"Wir hoffen, dass sich die Corona-Lage mit Beginn der warmen Jahreszeit beruhigt. Sobald es die staatlichen Vorgaben und das Wetter zulassen, sind wir sonntags von 14 Uhr bis 16.30 Uhr für die Besucher des Friedhofs vor Ort", sagt Leander Wirth vom Fürther Freiwilligenzentrum, dem Träger der gemeinnützigen Initiative.

Dann können Spaziergänger, Trauernde und Menschen, die ein Grab pflegen, hier eine kleine Pause einlegen und sich stärken. Der eigentliche Sinn des Cafés aber ist nicht die kulinarische Versorgung der Friedhofsbesucher. "Wir wollen einen Treffpunkt bieten, wo sie sich begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können."

Regeln der Gastronomie gelten

Das tue vor allem älteren und alleinstehenden Menschen gut, sagt Wirth, der das innovative Projekt betreut. Aber auch viele andere freuten sich in den vergangenen beiden Jahren, seit die Ehrenamtlichen mit dem umgebauten Lastenfahrrad am Friedhof Station machen, über die ungezwungene Geselligkeit im Grünen.

Die kleine Kuchentheke hat man schon im Sommer vergangenes Jahr durch einen Plexiglas-Aufbau coronasicher gemacht. Die Initiative orientiert sich seit Ausbruch der Pandemie mit Maskenpflicht, Desinfektion und Abstand an den strengen Hygieneregeln der Gastronomie. Der Stimmung hat dies nicht geschadet, die Gäste kamen zahlreich und gerne. Wirth hofft, dass das auch heuer klappt, wenn die Inzidenzwerte sinken. "Mit dem Öffnungszeitpunkt wollen wir uns nach Restaurants und Cafés richten", so der Initiator.

Projekte in anderen Städten

Ähnliche Projekte gibt es schon länger in den Städten Berlin, München und Regensburg. Sie zeigten, wie gut ein Friedhofs-Café funktionieren kann. Im Juli 2019 folgte Fürth: Das Freiwilligenzentrum rief den mobilen Treffpunkt ins Leben.

Unter anderem eine großzügige Spende der Rotarier hatte die Anschaffung des Kaffee-und-Kuchen-Fahrrads möglich gemacht. Nach der Winterpause sollte es im Frühjahr 2020 wieder losgehen. Doch da kam die Pandemie dazwischen, und das Lastenrad blieb erst einmal im "Stall".

Im Sommer 2020 wurden die Maßnahmen lockerer, die Infektionszahlen blieben vorübergehend niedrig. "Dadurch war eine Wiedereröffnung realistisch und aus unserer Sicht auch wichtig", erinnert sich Wirth. Die Krise treffe alleinstehende Menschen besonders hart, da viele soziale Angebote, bei denen Austausch stattfindet, in diesem Jahr weggefallen sind. Das Café könne hier wenigstens ein bisschen gegensteuern.

Und das Modell macht Schule: Wirth ist mit Initiativen in Rosenheim, Herzogenaurach und Stuttgart in Kontakt – dort sollen Treffpunkte nach Fürther Vorbild entstehen. In Erlangen ging 2020 schon ein ähnliches Projekt, das "Café-Kränzchen", an den Start.