Welthaus: Alles fing mit zehn Kilogramm Kaffee an

4.3.2018, 21:00 Uhr
Zu Nicaraguas Kaffee-Bauern führte eine dreiwöchige Reise im vergangenen Herbst, dabei waren auch zwei Fürther.

Zu Nicaraguas Kaffee-Bauern führte eine dreiwöchige Reise im vergangenen Herbst, dabei waren auch zwei Fürther. © Foto: Anke Seeger

Café Chavalo ist nicht nur die Hausmarke des Weltladens, hinter dem Namen steckt auch ein erfolgreiches Projekt fairen Handels. Davon konnte sich im vergangenen Herbst eine 15-köpfige Reisegruppe ein eigenes Bild im nicaraguanischen Hochland machen – darunter mit Anke und Stephan Seeger auch zwei Fürther.

Fairer Handel wirkt, davon ist Anke Seeger, die im Beirat des Fürther Welthauses sitzt, nach dem Trip nach Mittelamerika überzeugt. "Die Menschen dort haben Kraft und Power", berichtet sie, "und sie wissen inzwischen sehr genau, dass sie gemeinsam stärker sind." Außerdem seien sich die Mitglieder der mehrere hundert Kaffeebauern umfassenden Kooperative "Terra Nueva" bewusst, dass sie ein gutes Produkt herstellen. "Sie sind ein starker Verhandlungspartner und mittlerweile auch unabhängig von ausländischen Banken", so Seeger.

Dank der dreiwöchigen Reise weiß die 50-Jährige nun um die Unterschiede, denn nicht nur die Terra-Nueva-Bauern standen auf dem Reiseplan, sondern auch konventionelle – sprich nicht nach Fair-Trade- und Bio-Gesichtspunkten arbeitende – Kaffeeplantagen. Am auffälligsten sei die Gegenwart bewaffneter Aufseher gewesen, was bei der basisdemokratisch organisierten Terra Nueva undenkbar sei. "Mein Eindruck war außerdem, dass dort deutlich mehr Misch-Pflanzungen, etwa mit Bananen oder Zitrusfrüchten, angebaut werden", erzählt Anke Seeger. Demgegenüber seien konventionelle Plantagen fast Monokulturen, mit allen Nachteilen für Mensch und Umwelt.

Kaffee mit Sinn

Eingeladen zu der Rundreise durch Nicaragua hatte Jens Klein. Der Leipziger hat 2014 Café Chavalo gegründet und das Unternehmen mittlerweile in eine Genossenschaft umgewandelt. "Es begann mit zehn Kilogramm Kaffee, die ich in einer Leipziger Rösterei verarbeiten ließ, und im Jahr darauf kam schon ein Container mit über fünf Tonnen", berichtete Klein im Welthaus. Mit Café Chavalo wolle er nicht nur fair gehandelten Bio-Kaffee verkaufen, sondern über das Leben und Wirtschaften seiner Kooperationspartner informieren.

Das Jubiläumsprogramm bei Farcap und Welthaus wird fortgesetzt. Dann beginnen bei dem Fairtrade-Modeladen, den es seinerseits nun fünf Jahre gibt, die Jeans-Wochen. Bis zum 24. März gibt es Rabatt auf recycelte Jeans des Farcap-Partners Mud, wenn man eine alte Jeanshose dagegen eintauscht. 

Weitere Informationen zu den Programmpunkten der kommenden Wochen wie etwa ein Teeseminar oder ein Vortrag zum Weltfrauentag gibt es unter www.welthaus-fuerth.de

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