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Weniger Fürther Grün fiel der Säge zum Opfer

Baumschutzstatistik: Sturm im August ließ aber die Zahl der Anträge in die Höhe schnellen - 21.02.2018 21:00 Uhr

Auch diese mächtige Pappel im Pegnitzgrund beschädigte der Sommersturm so schwer, dass sie das Grünflächenamt nun fällen musste. Der Orkan hinterließ seine Spuren in der Baumschutzstatistik für 2017. © Foto: Hans Winckler


Vielmehr wurde "Kolle" vielen Gehölzen zum Verhängnis. Das Sturmtief, das am 18. August 2017 kurz und heftig über Fürth und den westlichen Landkreis hinwegfegte, entwurzelte zahlreiche Bäume oder beschädigte sie so schwer, dass sie gefällt oder zumindest gestutzt werden mussten.

Das Ausmaß des Orkans wird deutlich, wenn man die Statistik genauer unter die Lupe nimmt. Bis zum 17. August, also einen Tag bevor die Naturgewalt über die Region hereinbrach, gingen bei der Stadt 192 Anträge für 330 Baumfällungen ein. In lediglich vier Wochen nach dem Sturm landeten auf dem Tisch des Ordnungsamts 126 Anträge für 237 Bäume.

Insgesamt fielen in Fürth nach eingehender Prüfung 406 Bäume der Säge oder Axt zum Opfer; vier weniger als im Jahr zuvor. 171 davon — und damit weniger als in den Vorjahren — mussten wegen Bauvorhaben weichen. Neu hinzugekommen sind 725 Ersatzpflanzungen.

Junggehölze sind kein Ersatz

Doch das Plus von 319 Bäumen ist nur auf den ersten Blick positiv zu verbuchen, räumt der städtische Umweltplaner Jürgen Tölk ein. "Jahrzehntealte Gehölze werden durch junge Pflanzen ersetzt", sagt er. Sie haben bei weitem nicht denselben Effekt aufs Klima in bebauten Gebieten und binden weniger Schadstoffen aus der Luft als ihre Vorgänger. "Bis es soweit ist, vergehen wieder viele Jahre."

Bis heute übrigens sind noch nicht alle Schäden des Auguststurms beseitigt. Im Pegnitzgrund zwischen Pappelsteig und Röllingersteg hat das städtische Grünflächenamt gerade erst eine riesige Pappel gefällt. "Ihre Krone war zum Teil schon weggebrochen", begründet Baumpfleger Dirk Osterloh die Maßnahme auf Nachfrage der Fürther Nachrichten. Zugleich versichert er, dass neue Bäume dafür gepflanzt würden.

Nächste Woche fällen städtische Mitarbeiter Osterloh zufolge weitere vom Sturm schwer angeschlagene Bäume: entlang der Böschung am Burgfarrnbacher Ortseingang auf der Schlossparkseite. Dazu wird die Würzburger Straße halbseitig gesperrt. Noch bis Ende Februar werden außerdem im geringerem Umfang Hecken und Büsche zurückgeschnitten. Danach verbietet der Vogelschutz solche Eingriffe.  

Gwendolyn Kuhn/ Volker Dittmar

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