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Wer hat von meinem Eiskügelchen gegessen?

"Schneewittchen on Ice" schlitterte durch die Fürther Stadthalle - 18.02.2020 12:15 Uhr

Von Schlittschuhen war bei den Gebrüdern Grimm nicht die Rede. Doch beim „Russian Circus on Ice“ gehört die Rutschpartie zu jeder Produktion. Dazu wurden auch beim Tourneestopp in der Stadthalle Spezial-Kunststoffplatten verlegt, jede zwei Quadratmeter groß und 20 Kilo schwer. © Fotomontage: agenda production


In einer bunten, furiosen Mischung aus Eiskunstlauf, Zirkus und Ballett erzählt der "Russian Circus on Ice", aktuell unterwegs auf Deutschland-Tournee, die unsterbliche Geschichte von Schneewittchen.

Die wunderschöne Prinzessin verliert früh ihre Mutter, muss es mit einer bösen Stiefmutter aushalten und hat das Pech, auch noch deren Eifersucht zu erregen. Trotzdem ist bei den Russen Partystimmung: Im Schloss findet zu Schneewittchens Geburtstag ein glanzvolles Fest statt, bei dem edel kostümierte Artisten schwungvoll auf Kufen dahingleiten.

Der Boden, der ihnen das ermöglicht, besteht aus Spezialplatten, die eine synthetische Beschichtung haben und eine Eisfläche imitieren. Die Bühne der gut besuchten Stadthalle wurde damit ausgekleidet. Die Künstler spüren offensichtlich keinen Unterschied zwischen Eis und Plastik – der Beleg ist, wie brillant und mühelos sie mit ihren Schlittschuhen unterwegs sind.

Multimedia-Zauberspiegel

Einige treten sogar auf Stelzen-Kufen auf, eine Frau schwebt in einem Ring über dem Geschehen und zeigt wilde akrobatische Kunststücke. In anderen Szenen wirbeln Diabolos, es wird jongliert und zu zweit getanzt, während sich ein Artist blitzschnell dreht und den anderen an den Füßen festhält.

Julia Plashchinskaja als Schneewittchen, die auch die künstlerische Leitung der Show innehat, trägt ein schlichtes blau-weißes Kleid und wirkt bescheiden, wie es die Rolle verlangt. Anastasia Anosova putzt sich als böse Stiefmutter fein heraus und glitzert rundum. Ihr Zauberspiegel, den sie fragt, wer denn die Schönste im ganzen Land ist, erweist sich als Riesen-Multimedia-Fläche aus vielen Bildschirmen, die alle Teile ihres Gesichts zeigen.

Dann beschließt sie in ihrem Neid, Schneewittchen zu töten. Ein Jäger soll das Mädchen in den Wald bringen und dort erschießen. Doch er lässt sie laufen und bringt der Stiefmutter stattdessen das Herz eines Wildschweins als Beweis, die Tat ausgeführt zu haben. Schneewittchen aber tanzt im Wald mit den Tieren, die ihr helfen und sie schützen.

In Reh-, Dachs-, Fuchs- und Hasenkostümen vollführen die Darsteller einen munteren Reigen, inklusive Hochleistungs-Seilspringen und einer Schwarzlicht-Performance in Neonanzügen mit großen Würfeln, durch die sie abwechselnd klettern. In irrwitzigem Tempo werfen sie sich Ringe zu und schweben als Schmetterlingsblüten dahin.

Als Schneewittchen schließlich bei den sieben Zwergen ankommt, wird es lustig. Sie sind allesamt Clowns, fahren auf Einrädern, machen Musik, treiben Schabernack mit Flaschen, balancieren mit Gegenständen und sind auch mit ihren Schubkarren und Schaufeln für jeden Spaß zu haben.

Doch wie es im Märchen sein muss, erfährt die böse Königin, dass Schneewittchen noch lebt und sie an Schönheit übertrifft. Darum vergiftet sie sie mit einem präparierten Apfel. Wie tot liegt die Schöne da – bis der Prinz in Gestalt von Pawel Detkov auftritt und sie erweckt. Reizende Passes des deux krönen die junge Liebe.

Das Fürther Publikum staunt über 25 Darsteller in rund 300 tollen Kostümen, die sie unfassbar flott wechseln können. Ein atemberaubender Event mit begeisternder Choreografie.

Claudia Schuller

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