Sonntag, 28.02.2021

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Wer kennt dieses mondäne Wohnhaus?

Im Fundus des Stadtarchivs lagern das Foto eines großbürgerlichen Wohnhauses und viele offene Fragen - 16.01.2021 21:00 Uhr

Historische Bilder aus dem Stadtarchiv Fürth, bei denen Örtlichkeit und/oder Inhalt nicht herauszufinden sind, für die FN-Reihe Archivperlen

16.01.2021 © Heinrich Lotter


Was macht Corona eigentlich mit dem Immobilienmarkt? Beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 glaubte eine Mehrheit der Deutschen an rasch purzelnde Preise für Wohnungen und Häuser. Die Vorfreude – oder je nach Sichtweise: die nackte Angst – war unbegründet, die Teuerungskurve zeigt nämlich weiterhin steil aufwärts.

Und überhaupt, es gibt nun mal auch Eigenheime, die so wohlgeraten sind, dass ihre Besitzer sie wirklich nur verkaufen, wenn nebenan ein Atomkraftwerk gebaut wird oder der neue internationale Großflughafen.

Dieses hier ist so eines. Resch und fesch und herrlich allein stehend. Da hat niemand so ganz genau auf den Pfennig geschaut – die Größe, die elegant geschwungene Dachform, die (auf der dem Betrachter zugewandten Seite) sündteure Fledermausgaube, der überdachte Balkon.


Scherbsgraben oder Ludwigskanal - das ist hier die Frage


Wir sind hier zweifelsohne auf großbürgerlichem Fuß unterwegs in der Villen-Liga, und falls der Blick nicht täuscht, können gleich beim Haus vom Personal die noblen Teppiche ausgeklopft werden.

Ein gepflegter, augenscheinlich mit Kies ausgelegter Pfad verläuft vor dem Anwesen, rechts versteckt sich möglicherweise ein Gartenhaus, ganz rechts führen steinerne Treppen zu einem weiteren Haus.

Schul- und Pfarrhäuser der vergangenen Jahrhundertwende schauen so oder so ähnlich aus. Für ein klassisches Pfarrhaus ist der Bau jedoch ein paar Quadratmeter zu groß, für ein Schulhaus in der Stadt ist es zu klein, auch bedarf es in Lehranstalten normalerweise keines Balkons oder einer rondellartigen Terrasse.


Archivperlen: Helmut Kohl auf der Fürther Freiheit


Bleiben wir also auf der Spur "Einfamilienhaus" – wo steht, wo stand es? Versteht sich, dass der Blick sofort Richtung Kutzerstraße/Espan oder Westvorstadt/Dambach geht, und gewiss haben Stadtarchivar Martin Schramm und sein Team dort auch bereits Ausschau gehalten.

Bislang aber lässt sie das Foto ratlos zurück. Immerhin weiß man, wer es gemacht hat. Johann Georg Heinrich Lotter war Lebküchner, Chronist und Hobbyfotograf, der der Nachwelt wunderbare Fürth-Impressionen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hinterlassen hat. Er starb 1950 im Alter von 79 Jahren.

Haben Sie einen Tipp, einen wichtigen Hinweis oder gar des Fotorätsels Lösung? Dann mailen (redaktion-fuerth@pressenetz.de) oder schreiben Sie uns (Fürther Nachrichten, Schwabacher Straße 106, 90763 Fürth).

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