Donnerstag, 02.04.2020

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Wettbewerb: Fürther Familie baut Traumhaus aus Lego

Ein Grundschüler überzeugte mit seinem ausladenden Modell - 18.02.2020 06:00 Uhr

Ein kleiner Baumeister und sein großes Werk: Der achtjährige Paul präsentiert strahlend das ausgetüftelte Traumhaus. © Marco Schopper


Als am Montag wegen Orkantief Sabine alle bayerischen Schulen geschlossen blieben, waren nicht wenige Eltern in Sachen Kinderbespaßung gefragt. Nicht so bei Paul Schopper: Der Achtjährige verzog sich klaglos allein auf den Dachboden. Dort taucht er stundenlang in seine eigene Welt ab. Eine Welt aus Lego.

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Seit sein Sohn vier ist, so erzählt es Vater Marco Schopper, ist er den bunten Plastiksteinen verfallen. Zuerst baute er noch mit größeren Klötzen, inzwischen ist er Fan der Ninjago-Reihe. In diesem, von Asien inspirierten Kosmos, verteidigt sich eine Gruppe von Ninjas gegen ihre Feinde. Paul immer mittendrin.

Paul aus Fürth nimmt an Lego-Wettbewerb teil

Im Moment allerdings arbeitet der Drittklässler an einem ungleich größeren Projekt: Seit einigen Wochen beteiligt er sich mit seinen Eltern an einem Lego-Wettbewerb, in dem es gilt, ein Traumhaus aus den bunten Steinen zu formen. Pauls ausladendes Werk mit Swimmingpool und Einkaufsladen überzeugte die Jury: Er zog damit in die Runde der besten 100 ein, die das dänische Unternehmen unter zahllosen Einsendungen aus ganz Deutschland ausgewählt hat. Auf der Lego-Homepage durfte dann über die Gebäude abgestimmt werden – die Familie aus Fürth schaffte es unter die Top 20.

Anfang März geht es nun weiter. Diesmal lautet die Aufgabe, ein passendes Modell zur Ninjago-Reihe zu bauen. Den Grundstock schickte Lego in Form mehrerer Beutel, prall gefüllt mit Steinen und Zubehör. Insgesamt vier Kilogramm trudelten bei Familie Schopper ein – und lösten bei Paul höchste Glücksgefühle aus. Wer kriegt schon einfach so, kein Geburtstag und kein Weihnachten in Sicht, kiloweise Lego geschenkt?

Nachdem Mutter Kerstin in liebevoller Kleinarbeit Tausende Steine nach Farbe, Form und Funktion sortiert hatte, machten sich Vater und Sohn erneut ans Werk. War das erste Modell "quasi aus dem Bauch heraus" entstanden, so war diesmal mehr Vorarbeit nötig – etwa, weil die Dimensionen des Bauwerks diesmal vorgegeben sind.

Sensible Statik mit den bunten Lego-Steinen

Es darf nicht größer als die 50 mal 50 Zentimeter große Platte sein, die Lego mitgeliefert hat. Weil es kaum weitere solcher Platten gibt, die das Gebäude im Inneren stützen könnten, gilt es nun die Statik allein mit Säulen aus Steinen zu gewährleisten.

Rat, wie sich derartige Probleme lösen lassen, oder auch, wie man runde Formen mit den eckigen Steinen hinkriegt, liefert das Internet zuhauf. Marco Schopper begibt sich deshalb immer wieder auf die Suche im weltweiten Netz. Dort findet der 40-Jährige auch Anregungen für den asiatischen Tempel, der zum Ninjago-Thema passen soll.

 

 

 

Das Grundgerüst steht schon, nun muss verfeinert werden, etwa bei der Form des Daches. Noch bis 9. März haben die beiden Architekten Zeit, die unter dem Namen "Kleine Steine" im Wettbewerb angetreten sind. Ab dem 12. März werden auf der Homepage von Lego die Fotos der Modelle zu finden sein. Bis zum 18. März kann dann jeder darüber abstimmen, welches ihm am besten gefällt. Die besten fünf Entwürfe werden mit einer Übernachtung im Legoland-Freizeitpark in Günzburg inklusive Park-Eintrittskarte und Blick hinter die Kulissen belohnt.

Pauls Papa war als Kind auch Lego-Fan

"Wir waren schon öfter dort", sagt Marco Schopper, der als Kind übrigens auch Lego-Fan war und an der Serie schätzt, dass man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Über eine Nacht im Hotel würde sich die Familie dennoch riesig freuen – denn das ist ein relativ kostspieliges Vergnügen. Bis es vielleicht demnächst tatsächlich so weit ist, wird Paul weiter viel Zeit auf dem Dachboden verbringen. Und weiter tüfteln.

+++ Hier kann man verfolgen, wie sich die Fürther Lego-Familie im Wettbewerb schlägt +++

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung hieß es fälschlicherweise, dass Paul an einem internationalen Wettbewerb teilnimmt. Es ist aber ein bundesweiter. Wir haben den Fehler korrigiert.

Gwendolyn Kuhn

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