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Samstag, 20.04.2019

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Wilhelm Löhes Geburtszimmer entdeckt

Neuer Besitzer des Löhehauses wurde durch Tagebuchstudium auf Raum aufmerksam - 05.02.2008

Der neue Hauseigentümer Stefan Bär mit Stadtheimatpfleger Alexander Mayer (re.) in der niedrigen Stube, die Wilhelm Löhe als sein Geburts- und Studierzimmer beschreibt. © Matthias Kronau


Es handelt sich um einen niedrigen Raum im rückwärtigen Anbau, den Löhe in seinen Tagebuchnotizen genau beschrieben hatte: «Hier wurde ich am Abend des 21. Februar 1808 geboren und so weit ich weiß auch getauft». Später diente ihm das wie Spitzwegs Kammer des armen Poeten anmutende Zimmer auch zu Studierzwecken.

Die Biografie mit den Notizen hat Dekan Michael Höchstädter Stefan und Brigitte Bär zur Verfügung gestellt, die das Baudenkmal erst am 20. Dezember erworben hatten. Die neuen Besitzer und der von ihnen beauftragte Architekt Hermann Keim hatten sich schon gewundert, weshalb der zuletzt als Mehllager genutzte Raum mit einer Balken-Bohlen-Decke und einer aufwändig gearbeiteten klassizistischen Tür versehen war, die eigentlich zum Standard eines bürgerlichen Wohnraumes gehören.

Die neuen Erkenntnisse stehen nun dem Vorhaben entgegen, den 1882 aufgestockten Anbau umzubauen. Inzwischen tragen sich die Bärs mit dem Gedanken, hier ein kleines Löhe-Museum einzurichten. Interessierte können sich hier erstmals im Kulturprogramm des internationalen Löhe-Kongresses am 22. Februar umsehen, wenn Stadtheimatpfleger Alexander Mayer um 16 Uhr eine Besichtigung des Löhehauses anbietet.

Um die Finanzierung der Restaurierung wird noch gerungen. Das Landesamt für Denkmalpflege hat allerdings bereits Mittel für Voruntersuchungen zur Verfügung gestellt. Das um 1800 von der Kaufmannsfamilie Löhe gekaufte Gebäude ist nach Keims Ansicht nach dem Dreißigjährigen Krieg noch im 17. Jahrhundert errichtet worden. Es zeichnet sich durch eines der ersten Fürther Mansardendächer aus.

Zum Löhe-Jubiläum werden in St. Michael drei Gottesdienste gefeiert. Am 17. Februar um 10 Uhr predigt Professor Craig Nessan, Dekan des Wartburg Seminary, der Lutherischen Theologischen Hochschule in Dubuque, Iowa. Landesbischof Johannes Friedrich predigt am 22. Februar um 9.30 Uhr und Dekan Höchstädter am 24. Februar um 10 Uhr.

«Glaube, Vision Aktion» ist der von der Diakonie Neuendettelsau veranstaltete Löhe-Kongress von 20. bis 23. Februar in der Fürther Stadthalle überschrieben. Vom 14. Februar bis 20. März widmet das Stadtmuseum im ehemaligen Ottoschulhaus Wilhelm Löhe und der Diakonie in Bayern zudem eine Ausstellung mit dem Titel «Die Kraft der Nächstenliebe».

VOLKER DITTMAR 

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