Nach der Flut

"Wir sind am Ende": Schausteller-Familie aus Roßtal bangt um Existenz

11.7.2021, 12:47 Uhr
Das Gelände im Roßtaler Ortsteil Kleinweismannsdorf, auf dem die Schaustellerfamilie Schubert ihre Wohnwagen und Buden abgestellt hat, war überflutet.

Das Gelände im Roßtaler Ortsteil Kleinweismannsdorf, auf dem die Schaustellerfamilie Schubert ihre Wohnwagen und Buden abgestellt hat, war überflutet. © Martin Schubert

Der Dauerregen, der schwere Überschwemmungen im Landkreis Fürth verursacht hat, begann am Freitag relativ harmlos, in Fürth gab es keinerlei wetterbedingte Alarmierungen. Doch in Roßtal erwischte es eine Schaustellerfamilie besonders schlimm.

Sämtliche Roßtaler Feuerwehren waren vor Ort und hatten die Pumpen angeworfen. Sie bekämpften die Wassermassen, die eine Wiese geflutet hatten. Dort residiert die Schaustellerfamilie Schubert, die eigentlich längst wieder auf Tour wäre – wegen der Pandemie finden aber auch heuer keine Kirchweihen statt.

Deshalb halten sich die Roßtaler weiter in ihrem Winterquartier auf. Das Gelände, so Sheila Schubert, sei seit sechs Jahren von privat angemietet. Probleme habe man nie gehabt, versicherte sie. Und nun das: Die drei Wohnwagen, das Kinderkarussell, die Schiffschaukel, Schieß- und Süßwarenbude wurden in Mitleidenschaft gezogen. „Es ist alles kaputt, unser Hab und Gut, unsere Existenz. Wir sind am Ende“, sagte Martin Schubert, Chef des 50 Jahre alten, aktuell fünfköpfigen Familienunternehmens.
Die Wohnwagen konnten die Feuerwehren vom überschwemmten Gelände ziehen.

Der Kreisbrandrat äußerte, man müsse überlegen, ob das Areal für derartige Zwecke geeignet sei. Denn: Die Feuerwehr sei hier heuer schon öfter gefragt gewesen, sagt er – dreimal wegen Wasser, einmal war ein Baum auf das Gelände gefallen.

Im Lauf des Tages führte der Dauerregen dann zu schlimmen Überschwemmungen in Wilhermsdorf, die Aufräumarbeiten dauern an.

4 Kommentare