Wirbel um Fürths Hauptbahnhof: Grüne appellieren an Stadt

8.7.2017, 10:00 Uhr
Noch bis zum Freitag nächster Woche können Bieter ihren Hut beim Kauf des Fürther Bahnhofs – hier der Haupteingang – in den Ring werfen. Die Stadt beobachtet das Verfahren mit Argusaugen.

© Foto: Winckler Noch bis zum Freitag nächster Woche können Bieter ihren Hut beim Kauf des Fürther Bahnhofs – hier der Haupteingang – in den Ring werfen. Die Stadt beobachtet das Verfahren mit Argusaugen.

Mit als dringlich gekennzeichneten Anträgen, dies zu prüfen, haben die Grünen sich gleich in drei dieser Tage beratenden kommunalen Ausschüssen positioniert – offenbar, damit die Botschaft auch wirklich beim Empfänger ankommt. Man wolle damit "eine intensive Diskussion über eine mögliche öffentliche Nutzung des Hauptbahnhofs initiieren", so der Sprecher der grünen Stadtratsfraktion, Harald Riedel.

Seine Partei favorisiere eine Nutzung durch Künstler als "Kulturbahnhof", wie sie auch OB Thomas Jung schon einmal ins Gespräch gebracht hatte, durch Jugendeinrichtungen und eine Begegnungsstätte oder ein Stadtteilzentrum – ähnlich wie im Komplex "Auf AEG" in Nürnberg. Verzichte man auf eine kostspielige Generalsanierung, wären die finanziellen Auswirkungen nach Einschätzung der Grünen für die Stadt durchaus vertretbar.

Sie plädieren dafür, in einzelnen Bereichen zunächst nur "bedarfs- und nutzungsgerechte Renovierungen" durchzuführen, etwa an Heizung, Toiletten, für Fluchtwege und Feuerschutz. Da der Bahnhof im Sanierungsgebiet liegt, könne Fürth dafür sogar Mittel aus der Städtebauförderung von Bund und Land beantragen.

Wichtiges Gebäude

Wie berichtet, hat die Deutsche Bahn den gesamten Komplex zum Verkauf ausgeschrieben, bis zum 14. Juli können Bieter ihren Hut in den Ring werfen. Allerdings wurde der Kommune ein Vorkaufsrecht eingeräumt, mit dem sie den Höchstbietenden aus dem Rennen werfen kann – vorausgesetzt, sie nutzt den Bahnhof anschließend öffentlich.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrats war Konsens, dass man diese Option im Zweifelsfall nutzen sollte. Das Gebäude sei zu wichtig, um es Spekulanten zu überlassen, hatte der Rathauschef bereits vorab verkündet. Deshalb will man den Bieterprozess genau im Auge behalten und gegebenenfalls zuschlagen.

In diese Richtung zielt der Vorstoß der Grünen – denn geeignete Gebäude für eine derartige Nutzung seien rar. Die Flächen im Hauptbahnhof böten genug Platz, um an zentraler und gut erreichbarer Stelle kostengünstig ein Konzept für Kultur, Soziales und Jugend zu schaffen.

Gerade im Bereich der Jugendarbeit fehlen nach Ansicht der Grünen "Räumlichkeiten, die den Bedürfnissen Heranwachsender gerecht werden". Sie verweisen darauf, dass mangelnde Ausgehmöglichkeiten in Fürth in einer Umfrage unter Jugendlichen jüngst häufig moniert wurden. Mit einem offenen Jugendtreff oder einem Club in den Kellerräumen könne man diesem Defizit begegnen, und das ohne lärmbedingte Probleme mit Nachbarn — denn die nächsten Häuser sind weit genug entfernt.

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