10°

Sonntag, 12.07.2020

|

Wohnprojekt in Stein: Bleibt die Natur auf der Strecke?

Auf dem Areal rund um die ehemalige Krügel-Villa ist eine exklusive Anlage geplant - 09.04.2020 06:00 Uhr

Einst war es ein Villengrundstück mit Park. Jetzt sollen dort vier Gebäudekomplexe entstehen. Das große Plus der Appartements dürfte der unverbaute Blick auf den Wiesengrund sein. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Wohnen für Menschen, die etwas mehr für ihre Immobilie ausgeben können, das entsteht dort, wo einst die Familie Krügel zuhause war. Das zirka 10000 Quadratmeter große Areal rund um die ehemalige Villa liegt zurückversetzt von der Deutenbacher Straße zwischen Frauenwerk und Stadtpark, heute gegenüber dem Einkaufszentrum Forum. Auf die Fläche will ein Bauträger vier Gebäudekomplexe stellen, dazwischen aber auch Raum für Grün lassen. Die Hauptattraktion der kleinen exklusiven Wohnanlage dürfte der unverbaubare Blick auf den Wiesengrund sein.

In der jüngsten Stadtratssitzung kamen zu dem Thema Bebauungsplan "Am Stadtpark" und der dazu nötigen Änderung des Flächennutzungsplans keinerlei Wortmeldungen, aber fünf Nein-Stimmen von SPD, Grünen und Freien Wählern. Sie änderten jedoch nichts am Resultat, der Plan gilt als beschlossen.

Im Nachgang melden sich nun die Stadtratsmitglieder und erläutern ihre ablehnende Position: "Aus unserer Sicht stellt die Bebauung inmitten des Waldsaumes gegenüber dem Forum Stein einen unverzeihlichen Eingriff in die Natur am Rande des Wiesengrundes dar und gefährdet erheblich den verbleibenden Baumbestand", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Fledermäuse in Gefahr

Gefährdet sehen die Kritiker auch die Fledermauspopulation. Zwar soll es den gesetzlich vorgeschriebenen naturschutzrechtlichen Ausgleich geben, doch hier werden Zweifel laut, ob dies ausreicht. Denn beauftragt ist damit der Verein "Fürth-Natur e. V.", der nicht überwacht werde. "Auch gemessen an den Vertragslaufzeiten mit den involvierten Landwirten ist keineswegs sichergestellt, dass die Aufwertung unseres Wiesengrunds wirklich nachhaltig (über insgesamt 25 Jahre hinweg) gewährleistet ist", heißt es in der Mitteilung der drei Fraktionen.

Der Verein stellt, so sieht es die Vereinbarung vor, ökologisch wertvolle Ausgleichsflächen für versiegeltes Land zur Verfügung. Doch genau darüber gebe es keinerlei Kontrolle, meinen die Steiner Kritiker. Das sogenannte Ökoflächenmanagement sei allein in der Hand der Landwirte und der mit ihnen kooperierenden Maschinenringe.

Auf der Internetseite von Fürth-Natur wird allerdings auf die enge Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Fürth hingewiesen.

Beate Dietz

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Stein