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Zahlreiche Soßen-Experimente in der Testküche

Das „Currywoschdhaus“ bietet Kreationen mit Sauerkraut und Speck oder Käse und Ananas an - 28.03.2012

100 Soßen hat er weggekippt, bis er die richtige Mischung gefunden hatte: Stolz präsentiert Werner Riedel seine Standard-Currywurst. © Horst Linke


Das bisher schönste Kompliment für sein „Currywoschdhaus“ bekam Werner Riedel kürzlich von einem älteren Ehepaar. Sie ließen sich die Würste schmecken und versprachen, bald wiederzukommen. Schließlich, so die 75-jährige Dame, sei ein Currywurstlokal in Fürth längst überfällig gewesen. Das fand auch Werner Riedel. Als Fernfahrer war er viel unterwegs, aber immer, wenn er in die Kleeblattstadt zurückkehrte, fehlte etwas: eine gute Currywurst. Weil niemand die Lücke schließen wollte, nahm Riedel, als eine berufliche Veränderung anstand, das Projekt selbst in die Hand.

Zunächst musste eine gute Soße her — das A und O der perfekten Currywurst. „Ein halbes Jahr lang habe ich rumprobiert“, sagt der 42-Jährige, den seine Mutter einst in die Geheimnisse des Kochens einweihte. Über 100 Soßen hat er angerührt, gekostet — und die meisten sofort weggekippt. Am Ende hatte er, was er wollte: Eine Currysoße, die ganz ohne Ketchup schmeckt. Das größte Kompliment für diese Kreation sei, so Riedel, wenn Gäste mit den letzten Pommes den Teller abwischen. Von einem Metzger bezieht er eine rote Fleischwurst ohne Darm. Dazu serviert er als „klassische Variante“ nun seine Soße. Für experimentierfreudigere Gäste gibt es Kreationen mit Käse und Ananas, Sauerkraut und Speck, als mexikanische Variante mit Paprika, Mais und roten Bohnen oder mit Schokolade und Chili. Im Angebot ist übrigens auch Tofu-Wurst. Auch sie kann man mit sämtlichen Soßen bestellen. Jedes dieser Gerichte kostet mit Pommes Frites 4,90 Euro.

Wer es gerne scharf mag, ist in der „Currywoschdbude“ genau richtig. Zum Würzen verwendet Riedel nämlich eine selbst hergestellte Paste, die hauptsächlich aus Habaneros, also extra scharfen mexikanischen Chilischoten, besteht. Eine Tafel in dem kleinen, einfach eingerichteten Lokal beschreibt die verschiedenen Schärfegrade, die man bestellen kann. Damit seine Gäste nach dem Essen nicht japsend unterm Tisch liegen, achtet Riedel aber darauf, dass niemand zum Einstieg die schärfste Variante bestellt. Wem die Sauce dennoch im Hals brennt, bekommt ein Schnapsglas mit Kokosraspeln, die das Feuer löschen sollen.

Experimentieren kann man aber nicht nur mit Schärfe. Wer die Kombination salzig-süß mag, kann Pommes mit Schokoladen-, Karamell-, Erdbeer- oder Himbeersoße bestellen (Portion 2,90 Euro). Die Kreation findet Riedel nicht so abwegig, wie sie auf den ersten Blick scheinen mag: „Man isst Kartoffelpuffer ja auch mit Apfelmus.“

Bei der Zubereitung der Gerichte kann man Riedel über die Schulter schauen: Die Küche liegt gut einsehbar direkt hinter dem Tresen. Das war auch einer der Gründe, warum er sich für das Lokal in der Südstadt entschieden hat. „Ich wollte eine offene Küche haben.“ Vorher war in dem Häuschen, das direkt an den „Pizzahut“ angrenzt, ein Italiener untergebracht. Jetzt, wenn die Temperaturen wieder ansteigen, will Riedel den Gastraum mit 30 Plätzen um weitere 40 Sitzgelegenheiten im Hinterhof erweitern.

Mehr Informationen über das Currywoschdhaus in unserer Rubrik Essen und Trinken!

GWENDOLYN KUHN

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