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Zehn Jahre Brückenbau: Bürger erobern die Bühne

Im Jubiläumsjahr können sie bei einem Performance-Projekt, in Werkstätten und bei der Produktion "Storming the Stage" mitwirken - 10.01.2019 16:30 Uhr

„Jeder Mensch ist ein Künstler“, das ist der Gedanke, der hinter „Brückenbau“ steht: Jutta Czurda (links) und Yvonne Swoboda (rechts) geben auf vielfältige Weise Gelegenheit, das Theater am eigenen Leib zu erfahren. © Foto: Tim Händel


Große Bauvorhaben rufen üblicherweise keine Begeisterung hervor, wenn sie sich über ein komplettes Jahrzehnt hinziehen. Bei diesem Brückenschlag ist das vollkommen anders. Jutta Czurda, künstlerische Leiterin des Projekts, erinnert sich an den Start: "Ich habe beim Intendanten an die Tür geklopft und gesagt, dass ich da so eine Idee hätte . . ."

Die Antwort von Werner Müller sei sofort ein klares "Ja" gewesen, auf Anhieb sei er von Czurdas Plan, Bürger und Bühne einander näherzubringen, überzeugt gewesen. "Unser Community-Projekt will Erwachsenen jeden Alters ermöglichen, das Theater, seine Mittel und Künste am eigenen Leib zu erfahren."

Das passiert nun schon im zehnten Jahr zum einen beim "Community-Dance" und zum anderen in verschiedenen Werkstätten, in denen unter professioneller Anleitung getanzt, gespielt, gesungen, performt wird. Bereits sieben abendfüllende Bürgerbühnen-Produktionen sind durch den "Brückenbau" entstanden.

Es waren Aufführungen, die stets wesentliche Nachwirkungen erzeugten. Yvonne Swoboda, die bei "Brückenbau" die Werkstatt Performance leitet und für die Organisation beziehungsweise Planung der Theaterprojekte zuständig ist, erinnert sich: "Bei der Bürgerbühnen-Produktion von ,Wenn ich mir was wünschen dürfte’ ging es zum Beispiel auch darum, dass junge Paten mit älteren Menschen Beiträge gestaltet haben. Von denen, die sich dabei kennenlernten, treffen sich einige noch bis heute."

Auch im Jubiläumsjahr werden natürlich die bewährten Werkstätten geöffnet. Ingeborg Schilffarth wird wieder die Werkstatt Singen leiten, bei Michaela Domes geht es um Schauspiel. Jutta Czurda engagiert sich für die Werkstatt Tanz und für den Community-Dance, bei dem Petra Heinl (Choreografie-Projekte) und Christian van Loock (Technische Projektleitung) mitwirken.

Als Höhepunkte im Jubel-Jahr steht im April zunächst "In Unison" auf dem Programm, ein Performance-Projekt im öffentlich Raum. Die künstlerische Leitung haben die Berliner Künstlerin Stephanie Hecht und Yvonne Swoboda.

Im Mittelpunkt wird die grundlegende Idee des Brückenschlags vom Theater in die Stadt hinein stehen. Inspiriert von den Thai-Chi-Übenden in chinesischen Parks werden die Teilnehmer ganz einfache Bewegungen aufnehmen. Ihr Kostüm, angelehnt an japanische Kimonos, können sie zuvor in einem Kostüm-Workshop selbst herstellen.

Während die vorangegangenen Bürgerbühnen-Produktionen im Kulturforum aufgeführt wurden, geht es diesmal auf die große Bühne des Stadttheaters. Am 19. Mai heißt der programmatische Titel deshalb auch: "Storming the Stage". Norbert Küber wird den Abend moderieren. Noch einmal sollen besondere und berührende Momente aus vorangegangenen Produktionen gezeigt werden.

Teilnehmen können alle, die in den vergangenen zehn Jahren bei Projekten mitgewirkt haben. Genauso willkommen sind aber auch Neueinsteiger. Vorkenntnisse im Singen, Tanzen, Spielen sind nicht unbedingt erforderlich, es gibt viele Möglichkeiten, mit von der Partie zu sein.

Einen ersten Einblick, wie die Proben ablaufen werden und wie viel Zeit dafür eingeplant werden muss, gibt es am Sonntag, 13. Januar, von 12 bis 18 Uhr im Stadttheater. Bei einem ersten Kennenlernen wird den Mitwirkenden in spe "Storming the Stage" vorgestellt. Die Teilnahme am Projekt ist übrigens kostenlos. Wer am Sonntag – erst einmal unverbindlich – dabei sein will, kann sich per Mail (info@brueckenbau-fuerth.de) oder telefonisch (0179/6 94 37 49) anmelden. 

Sabine Rempe

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